[Rezension] Die Welt ist kein Ozean (Alexa Hennig von Lange)




Titel: Die Welt ist kein Ozean
Autor: Alexa Hennig von Lange
Seiten: 349
Format: Paperback
Verlag: cbt
Erscheinungsdatum: 27.07.2015
Preis: 14,99€ (D) Hier kaufen

 Ab 14 Jahren




Ausgerechnet in einer psychiatrischen Klinik für Jugendliche will die 16-jährige Franzi ihr Schulpraktikum machen. Sie stellt sich das abenteuerlich und besonders vor – muss aber schnell erkennen, dass sie eine Welt betritt, in der die Normalität außer Kraft gesetzt ist. Hier trifft sie auf den 18-jährigen Tucker – und Tucker trifft sie voll ins Herz. Nach einem traumatischen Erlebnis spricht er nicht mehr. Tief in sich zurückgezogen, dreht er im Schwimmbad seine Runden, am liebsten unter Wasser, wo ihn keiner erreichen kann. Behutsam versucht Franzi, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Als ihr das gelingt, steht sie vor einer schweren Entscheidung: Soll sie wie geplant für eine Zeit ins Ausland gehen? Oder dem Herzen folgen, das gerade erst wieder zu sprechen begonnen hat?



Ich muss sagen, dass mich der Klappentext schon vor dem Cover angesprochen hat und ich unbedingt mal wieder etwas mit einer psychiatrischen Klinik lesen wollte! Meistens sind das, mal ganz ehrlich, die wirklich guten Bücher! Und auch diesmal habe ich mich nicht getäuscht!


Die Autorin schreibt so einfühlsam und sanft, dass ich nach etwas 100 Seiten so in der Geschichte versunken war, dass ich jedes Gefühl miterlebt habe. Sobald Franziska geweint hat, musste ich auch weinen. Ständig hatte ich beim Lesen einen Kloß im Hals und ich glaube nicht, dass das daran liegt, dass ich so emotional bin, sondern wirklich an dem Schreibstil.

Franziska fand ich einfach super. Mittlerweile nerven einen ja ziemlich viele Protagonisten, aber hier konnte ich mich eigentlich immer gut mit ihr identifizieren. Es wurde ja nicht nur über die Klinik, sondern auch über den ganzen normalen Alltag berichtet, der an jeden von uns erinnert. Gerade ihr Klavierspiel, das sie ja schon sehr lange macht, lernt man selbst lieben und fühlen.

Tucker ist einer der ernsten Fälle in der Klinik. Obwohl er nicht spricht kann er Franzi von Anfang an für sich einnehmen und sie berühren. Ohne Worte. Das ist etwas, was auch dem Leser sehr nahe geht und je mehr man über ihn und seine Geschichte herausfindet umso klarer wird, wie nahe ihm all das geht. Ihn mochte ich eigentlich auch sehr gern und wäre ich sie, hätte ich mich wohl auch in ihn verliebt und alles für seine Heilung versucht. Ob er am Ende spricht oder nicht? Selber lesen ;)

Die Nebencharaktere waren diesmal wieder sehr ausgeprägt. Viele lernt man auf ihre eigene Art und Weise lieben, andere regelrecht hassen. Dabei kommt es tatsächlich auch oft auf Franzis eigene Einstellung an, die man direkt übernimmt. Ein absoluter Pluspunkt! Ich mag es, mich mit jemandem so identifizieren zu können. Nellie, ihre beste Freundin, habe ich zum Beispiel erstmal nicht gemocht. Zu oft ging sie mir auf die Nerven. Das ändert sich mit der Zeit und man übernimmt einfach Franzis Einstellung zu ihr. Genauso ist es mit ihren Eltern und ihrer Schwester Sina, sowie ihrem Freund Noah. Eine sehr liebenswerte Familie, die man schnell lieben lernt.

Was auch auffällt ist, dass die Klinikarbeiter und vor allem die Schwestern nicht im Hintergrund bleiben. Gerade Schwester Maggie tritt immer wieder auf und man bekommt relativ schnell ein Bild von ihr. Auch Randy bleibt nicht im Hintergrund, sondern tritt gern auch unbewusst öfter mal auf. Charaktere, wie Nellies Vater, Tina, usw. bleiben eher unsympathisch.

Die Geschichte an sich ist für mich ein kleines Highlight geworden! Wie schon gesagt konnte sie mich auf jeden Fall berühren, ich hatte oft einen Kloß im Hals, was nicht zuletzt an der Beziehung zwischen Franzi und Tucker liegt. Die beiden haben mich total mitgenommen und gerade die Tatsache, dass er nicht spricht empfand ich selbst als eine kleine Herausforderung. Gerade das hat es wohl so emotional gemacht. Trotz immer wieder auftretender Hindernisse haben beide versucht, den anderen zu gewinnen, auf ihre eben ganz spezielle und eigene Art. Nicht nur andere Personen, sondern auch eigene Wünsche und Träume waren hierbei ein Hindernis. Welche Entscheidungen fällen sie?


Ich bin immernoch sehr berührt von diesem Buch! Fast dauerhaft hatte ich nach der Begegnung mit Tucker einen Kloß im Hals, der alles noch emotionaler gemacht hat.
Franzi und viele andere Charaktere gewinnt man lieb und in sie kann man sich als Leser immer gut hineinversetzen! Für mich ist das ein riesen Pluspunkt, zumal ich sehr gespannt auf die Umsetzung der Klinik und ihrer Patienten war. Dass sich ausgerechnet eine Praktikantin in einen Patienten verliebt, der noch dazu nicht spricht, fand ich unglaublich spannend und ich denke, dass jeder, der dieses Buch liest, es als eine Herausforderung für sich selbst sehen wird.
Immer wieder werden Franzi Steine in den Weg gelegt und sie muss sich entscheiden, was sie eigentlich will. Bis zum Ende wird man auf die Folter gespannt und ich persönlich hätte mir das Ende nicht besser vorstellen können :) Ein schönes Buch, mit schönen Charakteren und wirklich nur minimalen Schwächen. Von mir gibt es 5 Leseschmetterlinge!
An dieser Stelle danke ich dem cbt-Verlag für das *Rezensionsexemplar :)


Kommentare:

  1. Ich brauche dieses Buch, unbedingt! Zum Glück habe ich bald Geburtstag... ;)

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    1. Ich bin jetzt schon gespannt, was du dazu sagen wirst :)

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  2. Steht schon ein paar Wochen auf meiner Wunschliste und ich hoffe jetzt umso mehr, dass ich es bald lesen kann :)
    LG♥

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    1. Dann wünsche ich dir im Voraus schonmal viel Spaß beim Lesen :) Hoffentlich gefällt es dir dann auch so gut!

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  3. Hallöchen,
    phew ich habe heute schon mal eine ganz kurze Meinung auf Instagram gesehen und die war leider gar nicht so begeistert wie du. Ich wollte das Buch eigentlich auch gerne lesen, weil mich solche Geschichten immer sehr berühren. Ich habe auch mal in der Psychiatrie gearbeitet und denke, dass ich mich gut in das Buch hineinversetzen kann. Ich warte mal noch ein paar Rezensionen ab. :D

    Liebst, Lotta

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    1. Guter Plan :) An und für sich wirst du wohl nicht ganz sooo viel von der Psychiatrie mitbekommen. Es ist ja auch eher ein Jugendbuch. Trotzdem fand ich das Buch nicht nur unterhaltsam, sondern auch ernst und schön :) jeder hat da ja eine andere Meinung.

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  4. Jetzt freue ich mich nur noch mehr drauf :)

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