[Rezension] Denn nichts bleibt vergessen (Harriet Lane)




Titel: Denn nichts bleibt vergessen
Autor: Harriet Lane
Seiten: 276
Format: Taschenbuch
Verlag: Suhrkamp/insel
Erscheinungsdatum: 07.11.2015
Preis: 12,99€ (D) Hier kaufen



Nina und Emma sind beide Anfang vierzig und leben in Nordlondon, haben darüber hinaus aber nur wenig gemeinsam: Nina, elegant, weltgewandt und unabhängig, ist eine erfolgreiche Künstlerin und führt eine harmonische Ehe, ihre Tochter ist fast erwachsen. Emma dagegen sieht sich völlig dem Chaos ihres Familienalltags ausgeliefert, mit zwei kleinen Kindern, notorischen Geldsorgen und einer strapazierten Beziehung. Aus einer scheinbar zufälligen Begegnung heraus freunden die beiden sich an – für Emma, von Ninas Gesellschaft fasziniert und geschmeichelt, eine willkommene Abwechslung. Doch Nina verfolgt eine andere Agenda und spielt ein undurchsichtiges Spiel. Denn wovon Emma nichts ahnt: Sie und Nina sind sich vor langer Zeit schon einmal begegnet. Und Nina erinnert sich genau, was damals passiert ist.




Dieses Buch habe ich im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks ergattern und lesen können und habe mich anfangs sehr darauf gefreut! Leider muss ich sagen, dass ich nach dem ersten Leseabschnitt nicht so begeistert war.

Da der Anfang mich nicht unbedingt mitgerissen hat hatte ich gehofft, dass es sich bessern würde. Gerade der Klappentext hat mich ja vor dem Lesen unheimlich neugierig gemacht und auf viel Spannung hoffen lassen. Diese Spannung kam nur leider nie. Das Buch war eher Alltag erzählt von zwei Frauen. Natürlich verbindet die beiden etwas, allerdings scheint nur eine zu wissen was.

Nina und Emma lernt man als Leser beide nach und nach kennen. Wo Emma sich mit ihren Kindern beschäftigt, keine Zeit mehr für andere Sachen findet, nicht arbeiten geht und auch sonst einfach nur noch überfordert und nahezu unglücklich wirkt, scheint Nina das genaue Gegenteil zu sein. Zumindest für Emma.

Nina hat eine 17-jährige Tochter, ist Malerin und wirkt glücklich und immerzu schick gekleidet. Und trotzdem möchte Nina Emma etwas heimzahlen, das man letztendlich auch erst sehr spät erfährt.

Ich muss zugeben, dass ich nur weitergelesen habe, weil ich wenigstens wissen wollte was denn nun so schlimm ist, dass Nina derartige Gedanken hat und eben auch dauerhaft hinter Emma her ist. Das musste ja nen guten Grund haben, oder? Tja, Pustekuchen. In meinen Augen ist die Reaktion absolut übertrieben und letztendlich hat sie sich selbst ihr Leben kaputt gemacht.

Das Ende das daraus folgt ist für mich auch absolut übertrieben. Natürlich habe ich die ganze Zeit auf einen derartigen Moment mit Spannung gehofft. Das sollte dann aber nicht die letzte Seite sein, bei der das Ende dann auch noch einfach abbricht. Da habe ich mir echt gedacht "Wie jetzt? Das wars?! Keine Auflösung? Nichts?" Natürlich ist es nicht so, dass das Grundproblem nicht aufgelöst wurde. Aber mir hat da noch einiges gefehlt. Ich wollte wissen, wie Emma reagiert und was nun wegen des letzten Problems passieren würde. Echt schade.

Die Nebencharaktere, wie die Kinder Cecily, Christopher und Sophie waren ab und an ganz schön gestaltet und haben eben auch viele der Problemchen und Höhepunkte ausgemacht. Trotzdem fand ich sie größtenteils auch sehr nervig. Ebenso die Männer Ben und Charles, die für mich immer nur nebensächlich waren und sich nicht genug gekümmert haben. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es wirklich so aussehen kann.

Ihr merkt wahrscheinlich, dass das Buch nicht meinen Erwartungen entspricht und ich absolut ins Klo gegriffen habe. Das macht mich so traurig, aber ich habe halt mit was ganz anderem gerechnet. Die Autorin hat zwar einen recht angenehmen Schreibstil, allerdings war das alles nichts für mich, mir fehlte es hauptsächlich an Spannung und eben an Aufklärung.




Ich denke ich kann dieses Buch denen unter euch empfehlen, die nicht nur nach Spannung, sondern eher nach etwas ruhigerem suchen. Natürlich geht es hier um viel Neid, Familiendrama, Kindergeschrei und Rache, aber ich finde ehrlich gesagt nicht, dass es wirklich schlimme, bzw. überhaupt irgendwie gefährliche Szenen gab, bis das Ende kam. Das Ende war an sich der Höhepunkt und auch die anderen Katastrophen fand ich gut. Aber das reicht eben nicht, wenn alles nochmal wiederholt wird (aus der jeweils anderen Sicht) und letztendlich nur nochmal was dazukommt, es dann erst weitergeht und dem Ende dann noch das fehlt, was ich gern gehabt hätte. Das finde ich so wahnsinnig schade, aber muss das jetzt so hinnehmen und gehe mal davon aus, dass die Autorin es absichtlich so geschrieben hat. Die Charaktere Nina und Emma sind für mich beide nicht wirklich greifbar gewesen, haben nur schlechtes gedacht und irgendwie konnte man diese Gedanken nicht teilen. Deshalb muss ich leider 2 Leseschmetterlinge geben.
An dieser Stelle danke ich dem Verlag und Lovelybooks für das *Rezensionsexemplar :)

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