[Lesemonat] April 2015

Hallo ihr Lieben :)

Diesen Monat habe ich ungefähr genauso viel geschafft zu lesen, wie im letzten Monat, und ich bin froh, dass ich meinen Rekord halten konnt!
Hier sind die Bücher, die ich gelesen und rezensiert habe:


-Nicht die Bohne! | Kristina Steffan | 347 Seiten
-Flötenzeit | Nikola Hotel | 416 Seiten
-Scherbenmädchen | Liz Coley | 317 Seiten
-Mit dem Narbenherz | Julia Jawhari | 176 Seiten
-Die letzten Tage von Rabbit Hayes | Anna McPartlin | 504 Seiten
-Rush of love-Verführt | Abbi Glines | 235 Seiten
-Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden | Per J. Andersson | 331 Seiten
-Bald ruhest du auch | Wiebke Lorenz | 444 Seiten
-Der Sommer in dem es zu schneien begann | Lucy Clarke | 400 Seiten
-Unendlich Wir | Amy Harmon | 416 Seiten
-Mein Herz und andere schwarze Löcher | Jasmine Warga | 384 Seiten

Mit einem Klick auf den Titel gelangt ihr wie üblich zu meiner Rezension :)

Ich bin richtig zufrieden mit dem, was ich geschafft habe. :) Es sind vor allem viele aktuelle Bücher dabei, die ich nicht nur selbst gern lesen wollte, sondern die auch einige von euch interessiert haben und da war das einfach perfekt!

Diesen Monat war ich nicht soo zufrieden, wie im Letzten, dafür habe ich einigen Büchern eine Extraauszeichnung zu den 5 Leseschmetterlingen gegeben, was einfach bedeutet, dass sie über die volle Punktzahl hinausgehen und mich richtig überzeugen konnten! Dazu gehören Scherbenmädchen, das mich durch seinen Tiefgang und die geniale Idee überzeugen konnte, und Die letzten Tage von Rabbit Hayes, das ebenfalls mit viel Tiefgang und Emotionen gepunktet hat!

Am Liebsten hätte ich auch dem Buch Mein Herz und andere schwarze Löcher die Auszeichnung gegeben, da gab es allerdings doch noch Kritikpunkte, weswegen das einfach nicht sein sollte. Natürlich hat auch der Thriller Bald ruhest du auch mit seiner Spannung einiges an Punkten eingeholt! Schade, dass ich nicht allen Büchern eine Auszeichnung geben will. Und letzten Endes soll es ja perfekt für mich sein :)
 
Eine Kategorie für die Extraauszeichnungen habe ich noch nicht, weil mir bis jetzt auch noch kein Name dafür eingefallen ist. Es soll nicht nur "Extraauszeichnungen" heißen, sondern auch zu meinem Blog passen. Da würde ich dann all meine Lieblingsbücher einfügen :) Habt ihr eine Idee?

Leider gab es auch das ein oder andere Buch, das mir mal nicht so ganz gefallen hat. Ich achte ja sehr darauf, euch möglichst schöne Bücher zu zeigen, da kann man aber nie vermeiden mal auf etwas zu stoßen, was einem nicht so gefällt. Das wäre diesen Monat zum Beispiel Mit dem Narbenherz gewesen, wo mir einfach was gefehlt hat. Ich konnte nicht nachvollziehen, wie sie so schnell abhängig wurde und was ihn so auszeichnete, oder ähnliches. Gut, dass die Geschmäcker ja verschieden sind, ich habe nämlich bei Einigen von euch gesehen, dass ihr es gut bewertet habt!

Hier seht ihr meine Statistik zu diesem Monat:

Bücher: 11

Deutsch: 11 | Englisch: 0

Seiten diesen Monat: 3970

Ich hätte nur 100 Seiten mehr lesen müssen, um den letzten Monat zu übertrumpfen und habe es, trotz einem Buch mehr, nicht geschafft. Irgendwie schade, aber vielleicht schaffe ich es ja im nächsten Monat, trotz Klausurenphase :) Spätestens im Juni/Juli sollte ich mehr schaffen können und freue mich schon darauf, weil noch so viele tolle Bücher und Rezensionen auf mich und euch warten!

Jetzt frage ich mich: Wie sieht es bei euch aus?
Habt ihr mehr geschafft oder vielleicht ein ganz besonderes Buch entdeckt, das ihr mir empfehlen könnt? :) Vielleicht auch eins, über das ihr euch gern austauschen möchtet?


Was die zwei Challenges angeht, an denen ich momentan teilnehme, hat sich zumindest in Bezug auf Team Human eine Menge getan und ich bin froh, dass ich unser Team weiterbringen konnte!
Bei der Unicorn-Challenge hingegen hat sich in diesem Monat gar nichts getan, da die für mich schwierigsten Aufgaben noch erledigt werden müssen. Hier hoffe ich bald aufholen zu können!


Sagt mir doch, ob ihr auch bei einer oder sogar mehreren Challenges mitmacht, und welche das sind!
Ich freue mich jetzt schon auf eure Kommentare!


Nadine♥



[Rezension] Mein Herz und andere schwarze Löcher (Jasmine Warga)



Titel: Mein Herz und andere schwarze Löcher
Autor: Jasmine Warga
Seiten: 384
Format: Hardcover
Verlag: Fischer Sauerländer
Erscheinungsdatum: 23.04.2015
Preis: 16,99€ (D) Hier kaufen
Ab 14 Jahren



»Ich küsse ihn. Wir küssen uns! Ich versuche, mich nicht zu fragen, ob das nun richtig oder falsch ist. Mein Herz hämmert, und ich hoffe, dass sein Herz genauso wild klopft. Ich weiß, dass die Menschen einander seit tausend Ewigkeiten küssen, aber jetzt, in diesem Augenblick, fühlt es sich an, als wäre das Küssen ein Geheimnis, das nur Roman und ich kennen.«

Wenn dein Herz sich anfühlt wie ein gähnendes schwarzes Loch, das alles verschlingt, welchen Sinn macht es dann noch, jeden Morgen aufzustehen? Aysel will nicht mehr leben – sie wartet nur noch auf den richtigen Zeitpunkt, sich für immer zu verabschieden. Als sie im Internet Roman kennenlernt, scheint er der perfekte Komplize für ihr Vorhaben zu sein. Und während die beiden ihren gemeinsamen Tod planen, spürt Aysel, wie sehr sich auf die Treffen mit Roman freut, wie hell und leicht ihr Herz sein kann. Und plötzlich ist der Gedanke, das alles könnte ein Ende haben, vollkommen unerträglich ... Aysel beginnt zu kämpfen. Um ihr Leben. Um sein Leben. Und um ihre gemeinsame Liebe.




Zu Beginn des Buches wird der Leser an den Arbeitsplatz von Aysel katapultiert, bei dem man direkt wahrnimmt, dass sie dort offensichtlich nicht gerade willkommen ist. Das ist einer der Punkte, die in diesem Buch perfekt dargestellt werden. Ungerechtigkeit.

Obwohl das Mädchen, dem wir folgen erst 16 ist, scheint ihr jeder die Mitschuld an etwas zu geben, wofür sie rein gar nichts kann. Als Leser kann man sich perfekt in sie einfinden und empfindet jede Situation, die für sie unangenehm ist, als ungerecht und böse. Die Menschen um sie herum erscheinen einem immer naiver und besessener von Vorurteilen. 

Aysel ist eine tolle Protagonistin. Sie ist klug, sympathisch und so gut wie jeder kann sich mit ihr identifizieren. Das Problem ist natürlich, dass sie unter dem Druck leidet, der ihr ständig hinterherjagt und sie selbst absolut nichts dafür kann. Dass sie sterben will verstehe ich irgendwo, jetzt, wo ich ihre Geschichte kenne. Andererseits ist das nie ein Ausweg und in ihrem Fall musste sie einfach nur aufwachen und sehen, wie viel in ihrer eigenen Hand liegt und wie viele Menschen ihr eigentlich zur Seite stehen :)

Als sie sich in dem Internetforum umgesehen hat, hat mich das selbst erstmal aus der Bahn geworfen und ich wusste, dass sie jemanden finden würde. Allerdings war mir auch von Anfang an klar, dass es Komplikationen geben MUSS. Ohne wäre Aysel nicht Aysel und hätte wohl auch nie zu dem gefunden, wofür sie sich entschieden hat.

Würde ich euch jetzt sagen was genau bei ihr passiert ist und was es mit all dem auf sich hat, würde ich euch das Ende verraten. Ich würde euch Sachen vorwegnehmen, die ihr einfach selbst lesen solltet und die in ihren Worten eine, wie ich finde, richtig gefühlvolle und traurige Welle mitbringen.
Deshalb möchte ich nicht sagen, welche Geheimnisse es hier gibt und was alles passiert und fasse mich eher objektiv.

Als Aysel Roman kennengelernt hat, habe ich sofort verstanden, dass er eine Wirkung auf sie hatte, die sie nicht kannte. Er hat ihr einfach immer zugehört, selbst wenn er sauer war und ich hatte während des Lesens immer das Gefühl Aysel selbst zu sein. Ich konnte sie absolut verstehen und ihre Gedankengänge und Handlungen nachvollziehen. Als Roman dazukam, wurde auch für den Leser alles nach und nach bunter und man hat wirklich Vertrauen aufgebaut, wobei mir Roman zwischenzeitlich immer mal wieder etwas unbekannt vorkam. Man hat ihn zwar kennengelernt aber er hat sich im einen Moment total frech verhalten, mit Dingen und kleinen "Wutanfällen" um sich geworfen, und im anderen war er der liebste Mensch auf Erden. Also habe ich zu Aysel eine wesentlich stärkere Bindung aufbauen können als zu Roman, der einem aber auch ans Herz wachsen konnte und man die beiden auf jeden Fall als Einheit betrachtet :)

Letztendlich denke ich, dass sowohl Aysel als auch Roman einfach nur angst hatten. Sie dachten, dass sie den anderen verlieren würden und damit den Partner zum Sterben abgeben müssten. Insgeheim war die Angst aber eher, dass sie die Person an sich verlieren würden und nicht die Tat, die sie mit dem anderen vorhatten. Und ich denke das ist auch die Message, die jedem schon am Anfang klar ist, am Ende aber auch für uns ein Punkt ist, der uns zeigen soll, dass wir nie allein sind, auch wenn es uns so vorkommt.Bis die beiden das erkennen, müssen aber nicht nur die Figuren im Buch sondern auch wir selbst leiden. 

"Er ist nicht mehr der Mensch mit dem ich sterben möchte; er ist der Mensch, mit dem ich leben will." (S.292)

Natürlich gab es auch Nebencharaktere, wie die Eltern, Geschwister oder Captain Nemo, die alle ein super Gesamtbild ergeben haben und tatsächlich wieder alle einen eigenen Kopf und Willen hatten :) Das fand ich hier auf jeden Fall positiv und auch wichtig!
Was mich jetzt noch etwa stört ist, dass ich nach wie vor nicht einmal den Vater von Aysel vor Augen bekommen habe und sie in dem Buch auch nicht mit ihm gesprochen hat. Da hätte ich mir doch schon noch ein paar Seiten mehr zu gewünscht.
Was mir auch fehlte war das befreiende Gespräch mit den Eltern von Roman und eine eventuelle Aussöhnung mit Georgia, Aysels Halbschwester. Auch wenn die beiden sich nie gestritten haben, hätte ich es irgendwo wichtig gefunden, dass sie sich in die Arme schließen würden und eine harte Situation miteinander teilen, denn das wurde hier ja zwischenzeitlich mal genannt.
Ansonsten ist das Buch einfach toll!



Dieses Buch hat mir, so komisch es sich auch anhören mag, wunderschöne und entspannende Lesestunden beschert, die ich nicht missen möchte! Jeder kann hier eine Lektion mitnehmen und sieht nach dem Lesen vielleicht auch einige Dinge anders.
Aysel und Roman wurden beide gut dargestellt und gerade mit Aysel konnte ich mich super identifizieren! Je mehr man erfahren hat und die Protagonisten kennenlernte, umso mehr wollte man weiterlesen und wissen, wie die Entscheidung ausfällt. Die Gefühle waren hier mal Trauer, mal absolute Dunkelheit und manchmal sogar ein Funken Licht. Für mich war das die perfekte Mischung und ich habe Aysel und Roman, sowie einige Nebencharaktere sehr lieb gewonnen.
Was mir fehlte waren eben die ein oder anderen Details, die ich mir ausgeprägter gewünscht hätte und die man wirklich noch hätte einbauen können. Außerdem hat mich Roman manchmal total mit der ein oder anderen Aussage verwirrt.
Daher gebe ich diesem wundervollen Buch 4,5 Leseschmetterlinge!

 An dieser Stelle danke ich dem Fischer-Verlag, sowie Lovelybooks und der Autorin für das *Leseexemplar

[Rezension] Unendlich Wir (Amy Harmon)



Titel: Unendlich Wir
Autor: Amy Harmon
Seiten: 416
Format: Taschenbuch
Verlag: Egmont-Ink
Erscheinungsdatum: 02.04.2015
Preis: 14,99€ (D) Hier kaufen



Bonnie Rae Shelbys Leben scheint ein wahr gewordener Traum: Sie ist eine der erfolgreichsten Popsängerinnen der Welt, hat Millionen von Fans, mehr Geld, als sie je ausgeben könnte … und sie will sterben. Finn Clyde ist ein Niemand. Das Einzige, was für ihn im Leben Sinn ergibt, ist Mathematik. Allerdings hat ihn das bisher noch nicht weit gebracht. Er will ganz neu anfangen, in Las Vegas, weit weg von den Schatten seiner Vergangenheit. Doch dann sieht er die junge Frau auf der Brücke in New York. Er weiß, dass sie springen wird. Und er muss eine Entscheidung treffen.




In diesem Buch sieht man, dass man immer auf sich selbst hören sollte.
Ich saß wirklich ziemlich lange an diesem Buch, was keinesfalls daran liegt, dass es nicht gut ist, sondern vielmehr daran, dass ich keine Zeit hatte und andere Bücher vorziehen musste. Ich bin sicher einige von euch haben das gemerkt ;)
Jetzt hatte ich aber endlich die Zeit dafür und bin richtig froh, dass ich es beenden konnte!

Wie im Klappentext erwähnt geht es hier um Bonnie und Clyde, bzw. Finn, der allerdings oft als Clyde angesprochen oder so genannt wird, gerade weil die Geschichte, die die beiden erleben, als eine Fotführung der Geschichte von Bonnie und Clyde gesehen werden soll. 
In diesem Buch spielen Medien wirklich eine große Rolle und eigentlich ist es sogar richtig erschreckend, dass so viele Dinge so anders dargestellt werden können, als sie sind und dadurch Schaden angerichtet werden kann. Das fand ich persönlich aber richtig spannend zu verfolgen, weil man den Medien so vielleicht auch mal etwas kritischer gegenübertritt!

Bonnie hat mir richtig gut gefallen! Mit ihr konnte ich mich so oft identifizieren. Okay, ich habe keinen Zwilling und wollte nicht von einer Brücke springen, aber das meine ich nicht. Ich fand sie so liebenswürdig und habe wirklich mit ihr gelitten und verstanden, was in ihr vorgeht.
Dass sie mit allem überfordert ist mag man am Anfang nicht verstehen, aber je mehr Clyde sie kennenlernt, umso mehr Erinnerungen teilt sie auch mit dem Leser. Eigentlich sind sowohl Bonnie als auch Finn einfach nur verzweifelt und das ist vollkommen nachvollziehbar und durch das Drama einfach umso schöner zu verfolgen.

Clyde ist an sich genauso liebenswert wie Bonnie. Ich gebe zu, dass ich mich manchmal aufregen musste, weil er sich wie der größte Vollidiot verhalten musste. Wenn man sich entschließt einen Trip mit jemandem zu machen und natürlich eine Beziehung entsteht, kann man nicht immer und immer wieder abweisend sein, erst recht nicht mehr dann, wenn man sich wirklich versteht und sich eigentlich total nahe ist. Das ist ein Punkt, den jeder Leser mitmachen muss und den denke ich jeder auch irgendwo kritisiert.
Natürlich hat er auch viele positive Seiten, die mich dann umso mehr in ihren Bann gezogen haben! Dadurch, dass er aus eher ärmlichen Verhältnissen kommt und eine schwierige Vergangenheit hat, schätzt er sich selbst als viel niedriger ein als Bonnie und tut einem oft richtig leid, weil er sich so falsch einschätzt. Ich möchte euch aber nicht zu viel verraten, denn das Ganze solltet ihr selbst lesen :)
Auch Bonnie konnte mich des öfteren aufregen. Ja, sie ist Sängerin, und ihre Leidenschaft kann ich absolut nachvollziehen. Vor allem die Song- und Textpassagen im Buch waren unheimlich ausdrucksstark, gefühlvoll und haben dem Leser ein besseres Bild von Bonnie geben können.
Trotzdem verstehe ich nicht, dass man immerzu Aufmerksamkeit auf sich lenken muss, wenn man doch eigentlich unerkannt bleiben will.
Das waren bei den beiden wirklich Kritikpunkte, die mich gern mal aufgeregt haben, was ihnen aber trotzdem keine Sympathie- oder Charakterpunkte nehmen konnte.
Vor allem ein Lied, das sie gern singt muss ich dazunehmen:

Ich mochte das Buch sehr. Finns Vorliebe für Mathematik konnte ich zwar nicht mit ihm teilen, es hat einem aber immer wieder schöne Momente bringen können. Er entwickelt kleine Geschichten, die überzeugen und letztendlich kommt er mit der Mathematik auch bei Bonnie an und vor allem von der "Nicht-Zahl" Unendlich ist in diesem Buch ja viel und oft die Rede ;)
Bei Bonnie stand vor allem der Gesang und ihre Berühmtheit im Vordergrund, was die beiden oft in unangenehme Situationen gebracht hat. Letztendlich ist die Geschichte von Bonnie und Clyde, hier Bonnie und Finn, wunderschön, spannend, aufregend und eine, wortwörtliche, Flucht!




Dieses Buch bietet viele neue Eindrücke in die Welt der "Promis" und der Vorurteile,sowie Medien. Bonnies und Finns Geschichte konnte mich durch das immer bessere Kennenlernen, die Flucht und den Aufbruch ins Unbekannte und vor allem die Sache zwischen den beiden, die sich zu etwas ganz Tollem entwickelt, überzeugen! Sie wollte sterben, einfach flüchten. Er hat sie gerettet, ertragen und mit ihr einen Roadtrip gemacht, der sein und ihr Leben komplett auf den Kopf stellt und, ganz ehrlich, zwar Probleme, aber auch die rettende Lösung bringt. Und das alles obwohl es ihnen fast die ganze Zeit verwehrt bleiben soll zusammen zu sein. Wenn man aber zusammengehört, kann einen dann irgendetwas trennen? Ich vergebe 4 von 5 Leseschmetterlingen für ein schönes Buch mit traurigen Einschnitten, die von schönen, hoffnungsvollen begleitet werden.
Unendlich. Bonnie und Clyde.
An dieser Stelle danke ich Lovelybooks für die Bereitstellung des *Leseexemplars

[Rezension] Der Sommer in dem es zu schneien begann (Lucy Clarke)

Hallo liebe Bücherwürmer!



Titel: Der Sommer in dem es zu schneien begann
Autor: Lucy Clarke
Seiten: 400
Format: Taschenbuch
Verlag: Piper
Erscheinungsdatum: 13.04.2015
Preis: 14,99€ (D) Hier kaufen



Abrupter kann das Schicksal kaum zuschlagen: Als Eva nur wenige Monate nach der Hochzeit ihren Mann durch einen Unfall auf See verliert, erstarrt sie vor Schmerz. Ihr gerade erst begonnenes Leben als glückliche Ehefrau soll schon zu Ende sein? Eva fühlt sich völlig allein in ihrer Trauer und reist nach Tasmanien, um Trost bei Jacksons Angehörigen zu finden. Doch so bezaubernd die australische Insel ist, so abweisend verhält sich Jacksons Familie. Warum nur wollen sein Vater und sein Bruder partout nicht über ihn sprechen? Auf Eva warten schockierende Wahrheiten, die sie zu einem schicksalhaften Sommer in der Vergangenheit führen - dem Sommer, in dem es zu schneien begann.




Den Anfang des Buches fand ich richtig gut. Es wurde im Prinzip direkt mit dem "Unglück" angefangen und darauf folgten dann tausende von Dingen, die mich oft auch sehr verwirrt haben. Wenn ich jetzt zu viel dazu sage würde ich euch verraten, was ihr selbst lesen solltet und möchte euch das nur ungern vorweg nehmen, daher lasse ich das :)

Eva war mir eigentlich direkt sympathisch und ist es auch die ganze Zeit geblieben, obwohl sie mir das ein oder andere Mal mit einer ihrer Entscheidungen nicht ganz in den Kram gepasst hat.
Eigentlich war alles was sie wollte Jackson. Den Mann, mit dem sie zwar erst zwei Jahre zusammen ist, den sie aber trotz alledem über alles liebt und glaubt in und auswendig zu kennen.
Natürlich ist es schlimm, wenn man dann die Familie kennenlernen möchte und sieht, dass viele Dinge, die sie glaubte zu wissen, auf den Kopf gestellt werden und ihr erstmal die "Wahrheit" eingetrichtert werden muss.

Mit der Wahrheit ist Eva allerdings immer zögerlicher und nicht mehr direkt so vertrauenswürdig rangegangen. Mir persönlich hat das gut gefallen und ich konnte auch immer nachvollziehen, dass sie nicht glauben wollte und konnte, dass ihr Mann sie einfach nur belogen und betrogen hat.
Trotzdem konnte Eva, je länger sie in Tasmanien war, mehr und mehr Vertrauen zu anderen aufbauen und vor allem Saul, Jacksons Bruder, hat sie immer besser kennengelernt und obwohl er mir anfänglich unglaublich stur erschien und ich dachte, dass er ihr nicht helfen würde und sie sicher alles selbst rausfinden muss. Aber es haben sich in diesem Buch so viele Dinge auf den Kopf gestellt, es sind Wendungen eingetreten, die man nicht erwartet hätte und es gab wirklich hinterher überall eine gute Auflösung! 

Bei einigen Auflösungen war ich richtig geschockt. Immer wenn man aber als Leser dachte: "da kann ja nicht mehr viel kommen, jetzt ist doch alles aufgelöst", kam wieder etwas neues, womit man nie gerechnet hätte! Zumindest bei mir war es so, dass ich teilweise sogar an der Nase herumgeführt wurde, mir ein Bild gemacht habe und es wieder ändern musste und das ging dann eigentlich immer so weiter, wobei ich mich mit dem "Bild machen" auch irgendwann festegelegt habe.

Mich hat vor allem eine Geschichte getroffen, die Eva auf Tasmanien erfahren hat und sich dann aber wieder von ihr verabschieden musste. Was das ist werde ich euch natürlich nicht verraten :)
Allerdings heißt das nicht, dass das Ganze Buch nur auf negativen Geheimnissen beruht!
Natürlich muss Eva hier lernen, mit vielen  Dingen umzugehen, aber letztendlich wendet sich so gut wie alles zum Positiven und ich bin ehrlich: Mit dem Ende habe ich nicht gerechnet!
Trotz alledem fand ich aber Stellen wie die Tauchszenen unheimlich gut gemacht und auch richtig entspannend zwischen all dem Stress, mit dem Eva umgehen musste. Auch die Beziehung die sie zu Saul aufgebaut hat, hat sich natürlich als etwas sehr besonderes herausgestellt und da gäbe es so viel zu erzählen, was ich euch aber schon aus inhaltlichen Gründen nicht antun möchte :)

Callie, Evas Freundin, fand ich auch super! An sich gab es hier eigentlich nicht viele Personen, dafür hatten aber alle einen wichtigen Teil und eine wichtige Rolle im Buch und es wurde viel aufgelöst. Callie war da einfach ein Teil, den Eva brauchte, sozusagen der Fels in der Brandung, der sie hält.

Was mir auch aufgefallen ist ist, dass das Cover, sowie (und das gefällt mir ganz besonders) der Titel total gut passen! Gerade hinter dem Titel hätte ich nicht diese Art von Bedeutung erwartet! Jetzt wo ich es verstehe finde ich aber, dass es richtig gut ausgewählt wurde!



An und für sich hat mir dieses Buch richtig gut gefallen! Vor allem das Cover hat mich ja von Anfang an angesprochen und dass ich bis zum Ende nicht hundertprozentig mit all dem gerechnet hätte ist in meinen Augen auch ein gutes Zeichen :)
Die Geheimnisse und Wendungen, sowie Beziehungen und die Trauer fand ich super dargestellt, allerdings war mir das manchmal tatsächlich einfach too much und ich wollte etwas mehr positives Gefühl dabei haben! Saul und Eva sind im Laufe des Buches ein super Team geworden und ich hätte mir mit den beiden noch mehr lustige sowie schöne und vertrauenswürdige Szenen gewünscht statt zu viel des nachdenklichen und traurigen Parts. Natürlich war das hier Absicht und gerade die Auflösung war super eingebracht, aber ich möchte deshalb trotzdem gern einen Leseschmetterling abziehen :)
Was mich besonders angesteckt hat ist Tasmanien. Das Tauchen dort hat mich absolut gekriegt und ich habe immernoch die schönen Bilder im Kopf! Von mir gibt es 4 von 5 Leseschmetterlingen!
An dieser Stelle danke ich der Autorin und dem Piper Verlag, sowie Lovelybooks für das *Leseexemplar

Neues Design!

Hallo alle zusammen!

Vielleicht hat es der ein oder andere schon gemerkt: Mein altes Design ist verschwunden und ein Neues hat seinen Platz eingenommen!
Ich dachte mir es wäre Zeit für eine Veränderung und fand mein altes Design langsam einfach zu dunkel :) Da dachte ich es wäre schöner, für ein Helleres zu sorgen! Es mag sicher den ein oder anderen geben, der Kritik hat oder es total schön findet :) Beides könnt ihr gern bei mir loswerden!
Damit ihr wisst inwiefern sich das Ganze geändert hat, habe ich hier einen kleinen Einblick in mein altes Design für euch!


Die liebe Julia von MissFoxyReads hat mir freundlicherweise sehr geholfen, indem sie das Design gestaltet und nach meinen Vorstellungen gefragt hat! Es ist so schön geworden und ich bin richtig froh jetzt heller arbeiten zu können, so wirkt das Ganze auch gleich viel freundlicher.

Ich hoffe natürlich nicht, dass ich damit jetzt irgendwen vergraule, der das vielleicht nicht so schön findet, wie manch anderer, und hoffe, dass ihr das soweit alle gutheißt :)
Mich würde eure Meinung natürlich interessieren! Also sagt mir doch:

Was haltet ihr vom neuen Design?
Habt ihr noch irgendwelche Wünsche oder Anregungen, eventuell auch Kritik?
Sagt mir ruhig wenn ihr etwas zu blass, zu hell, zu "Mädchen" findet!
Ganz egal was es ist, ich würde mich riesig über euer Feedback freuen :)

Das Ganze wird noch bei der ein oder anderen Kleinigkeit verändert und verbessert, an sich einfach weiter meinem Geschmack angepasst und ich hoffe einfach, auch euren damit zu treffen, bzw. euch zeigen zu können, wer ich eigentlich bin :)

Ich muss mich einfach nochmal bei der lieben Jule bedanken und freue mich jetzt auf eure Kommentare!

Liebe Grüße♥



[Rezension] Bald ruhest du auch (Wiebke Lorenz)

Hallo ihr Lieben :)

Heute habe ich wieder einen richtig spannenden Thriller beendet! Ich bin froh, ihn euch jetzt vorstellen zu können!



Titel: Bald ruhest du auch
Autor: Wiebke Lorenz
Seiten: 444
Format: Taschenbuch
Verlag: Diana
Erscheinungsdatum: 16.03.2015
Preis: 14,99€ (D) Hier kaufen



Töte dich selbst – sonst stirbt deine Tochter
Nach dem Unfalltod ihres Mannes fühlt Lena sich wie in einem Albtraum. Aber sie weiß, dass sie leben muss – für ihr Kind, denn Lena ist im achten Monat schwanger. Dabei ahnt sie nicht, dass ihr der wahre Horror erst noch bevorsteht. Vier Wochen nach der Geburt ist die kleine Emma plötzlich spurlos verschwunden. Entführt aus ihrer Wiege. Schon bald wird Lena klar: Sie soll büßen. Doch wofür? Ein perfider und grausamer Wettlauf gegen die Zeit beginnt.




Als ich den Klappentext gelesen habe war ich hin- und hergerissen. Einerseits hat es sich total spannend angehört, andererseits meinten einige schon, dass er eben ein Psychothriller ist und ab da habe ich tatsächlich selbst überlegt, ob es das Richtige für mich ist.
Letztendlich habe ich mich dafür entschieden, weil ich sowohl Cover als auch Klappentext total interssant fand und unbedingt wissen wollte, wie die Geschichte ausgeht und ob mich das Buch an meine Grenzen bringen kann!
Ich habe mir also schon einen ziemlichen Hammer vorgestellt! 

Es gab tatsächlich einige Szenen, bei denen das Kopfkino so richtig schön eingesetzt hat und das waren in den Fällen leider auch die ekligsten, härtesten und traurigsten. Trotz allem bin ich bei diesem Buch nicht hundert prozentig an meine Grenzen gekommen, was mich irgendwie stolz macht und mich Lust auf mehr haben lässt! Ich möchte jetzt unbedingt die Welt der Thriller besser kennenlernen und sehen, bis wo meine Grenzen denn gehen!

In diesem Buch fand ich die Thematik, dass das eigene Kind verschwunden ist und man nicht weiß was man tun soll, weil mein keine Anweisungen bekommt, mit am schlimmsten. Lena hat wirklich alles daran gesetzt ihre Tochter Emma zu finden, hat jeden Stein umgedreht und ist oft doch kein Stück weitergekommen.
Immer wenn man glaubte weiter zu sein, etwas Neues entdeckt zu haben, was natürlich eine Information war, hat es einen doch nicht weitergebracht!
Auch der Leser stößt hier an Grenzen, fragt sich wer mit was zusammenhängt und was die Lösung sein könnte. Oft waren das Problem und die dazugehörige Lösung viel näher als man glaubte. Leider hat das niemand gesehen. Auch der Leser nicht.

Man wurde hier oft an der Nase herumgeführt und ich kann euch sagen: Hier werdet ihr bis zum Ende nicht auf die richtige Person stoßen! Immer und immer wieder hat sich meine Meinung geändert. Mehr und mehr Dinge aus der Vergangenheit wurden erst im Laufe des Buches aufgedeckt, oft sogar wichtige Details! Manche davon wurden tatsächlich erst am Ende genannt, sodass man nichts vorweg genommen hat und nicht so schnell zur Lösung kam.
Es war so toll, dass ich einfach keine Ahnung hatte! Dass ich immer als ich dachte es wäre geschafft und gleich hat sie das Kind in den Armen, wieder von vorne überlegen musste, weil jemand starb oder jemand Anderes verschwunden ist! Informationen wurden auf den Kopf gestellt, wieder neue kamen dazu, andere wurden gar nicht gesehen!

Die etwas krasseren Szenen fand ich an sich eigentlich nur wahnsinnig traurig oder nervenaufreibend aber so richtige Angst habe ich Gott sei Dank nicht erlebt :) Andererseits hat mir das sogar etwas gefehlt.

Die Charakter sind sehr gut ausgearbeitet worden. Einzelheiten wurden gut platziert und waren am Ende auch alle nachvollziehbar, obwohl ich zwischendurch einmal etwas durcheinandergekommen bin und dann aber doch wieder auf dem richtigen Weg war.
Selbst das Ende war für mich noch total überraschend und ich habe absolut nicht mit sowas gerechnet!




Ich kann dieses Buch wirklich nur jedem empfehlen, der gern grübelt und bis zum Ende warten will, um zu wissen, wie es tatsächlich ausgeht! Wer Spannung und Wahnsinn liebt, der ist hier an der richtigen Adresse! Die Charaktere haben alle ein Gesicht bekommen, sind entweder rachesüchtig, freundlich, hasserfüllt oder tatsächlich einfach nur hinterhältig. Selbst das konnte man erst gegen Ende feststellen und hat mich doch extrem geschockt! (und das nicht nur einmal!)
Ich habe richtig mit Lena gelitten, war sauer, traurig, wütend, hasserfüllt und überrascht.
Letztendlich ist das ein Buch, das mich zwar verwirrt hat, mich aber nicht mehr allzu lange nachdenken lassen wird. Was ich mir aber auf jeden Fall merke ist: Wenn es hart auf hart kommt, kannst du vielleicht nichtmal den Menschen trauen, die dir am nächsten sind...
Ich vergebe 4,5 von 5 Leseschmetterlingen! Es sind keine 5, weil mir noch ein kleinen wenig mehr Angst gefehlt hätte.
Dieses Exemplar wurde mir für eine *Leserunde zur Verfügung gestellt, daher bedanke ich mich bei Lovelybooks, der Autorin und dem Diana Verlag :)

[Rezension] Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden (Per J. Andersson)

Hallöchen liebe Bücherliebende!
Ich weiß, mein letztes Buch ist mehr Tage her, als ich wollte, weil ich ja eigentlich immer ruckzuck die nächste Rezi da haben möchte. Also bevor ich mit der eigentlichen Rezension beginne, erstmal ein paar Infos :) Es stehen momentan einige Klausuren bei mir an, was doof ist, weil ich so eher lerne, als zu lesen. Ich hoffe ihr seid mir deshalb nicht allzu böse, wenn es mal ne Woche dauert. Ich bemühe mich aber wirklich, das unter einen Hut zu kriegen :)
In den nächsten Tagen kommen auch noch ein paar schöne Exemplare an und ich freue mich, euch auch diese bald vorstellen zu können ^-^ Aber jetzt erstmal zu diesem Buch!






Titel: Vom Inder, der bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden.
Autor: Per J. Andersson
Seiten: 331
Format: Taschenbuch
Verlag: KiWi (Kiepenheuer&Witsch)
Erscheinungsdatum: 02.04.2015
Preis: 14,99€ (D) Hier kaufen





1975 lernt Pikay in Neu-Delhi durch Zufall die junge Schwedin Lotta kennen und verliebt sich unsterblich in sie. Als Lotta zurück nach Schweden geht, setzt sich Pikay kurz entschlossen auf ein altes Fahrrad und fährt ihr hinterher … Diese Geschichte erzählt vom unglaublichen Schicksal des kastenlosen Pradyumma Kumar, genannt Pikay. In ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, kennt er nur Extreme: Mal wird der talentierte Porträtzeichner von Indira Gandhi eingeladen, sie zu malen, mal muss er hungern und schläft auf der Straße. Eines Abends taucht neben seiner Staffelei ein blondes Mädchen auf – und eine unglaubliche Liebesgeschichte nimmt ihren Anfang. Als Lotta zurück nach Schweden geht, stehen die Chancen schlecht für die beiden – wäre da nicht ein altes Fahrrad. Damit macht sich Pikay auf den Weg, um die 7.000 km von Asien nach Europa zurückzulegen. Auch zahlreiche Rückschläge können ihn nicht aufhalten, bis er schließlich tatsächlich in der Heimat Lottas ankommt, einer völlig anderen Welt … Um das Happy End gleich zu verraten: Heute sind die beiden seit über 35 Jahren verheiratet, haben zwei Kinder und leben auf einem alten Bauernhof in der Nähe von Borås.


Okay, ich bin ganz ehrlich: Ich habe nicht erwartet so viel über Indien, die Kultur, die Götter und das Kastensystem zu erfahren. Ich finde es ist ganz wichtig das zu wissen, bevor man sich entschließt, dieses Buch zu lesen, denn hier geht es hauptsächlich darum, dass der Protagonist Pikay sich mit ebendiesen Problemen rumschlagen muss und oft für die Position verachtet wird, die er im Kastensystem hat!

Nach meinen anfänglichen Schock und der Überraschung etwas ganz anderes (eine Biografie!) vorzufinden, habe ich mich nach langer Zeit des Wehrens und Abschweifens entschlossen, es einfach hinzunehmen und mich darauf einzulassen. Ich gebe zu das hätte ich von Anfang an machen müssen. Im Laufe des Buches, gerade am Anfang, lernt man unheimlich viel über Indien und das System dort. Als Leser ist man oft geschockt und regelrecht wütend auf die Brahmanen und Höhergestellten dort, einfach weil sie sich wegen ihrer hohen Position oft so viel besonderer und reicher fühlen, dass sie denken, sie könnten alles machen! Ich denke der Fehler war hier, all diese Informationen direkt in den Anfang mit einfließen zu lassen. Manchmal fehlte mir die Vorstellungskraft, weil ich mit all den indischen Begriffen und Namen nicht zurechtkam.
Im Laufe des Buches ging das aber sehr viel besser und stellte kein Problem mehr da :)

Pikay war an sich sympathisch. Ich mochte es, dass er und seine Familie auch in ärmlicheren Verhältnissen glücklich zu sein schienen und sich, trotz viel Ärger mit anders Positionierten, versucht haben zurechtzufinden und durchzusetzen. Er hat sich irgendwann aufgemacht, das Leben zu finden, das für ihn das Richtige ist und das war etwas, was ich sehr gut fand :)
Durch seine Kunst lernte er, sich auszudrücken und mit anderen klarzukommen, sich einen Namen zu machen.
Was mich etwas gestört hat war einfach diese Prophezeihung, bei der ich mich immernoch frage, ob sie ihm wirklich auch in der Realität mitgeteilt worden ist. Immer wieder hat er etwas davon abhängig gemacht und ich weiß nicht, ob ich das könnte. Eine Sache, wie eine Heirat von so etwas abhängig zu machen. Auch wenn ich an Schicksal glaube denke ich, dass so viel Zufall nicht sein kann.

Ich fand es wirklich unfassbar, wie das Kastensystem dargestellt wird und war richtig geschockt, was alle Leser des Buches verstehen werden. Für mich persönlich war es nicht immer ein Spaß das zu lesen, weil man doch viel und stark mit der Realität, und somit mit den Problemen in anderen Ländern konfrontiert wird.
Gerade das hat mir halt oft diesen Spaß genommen, was das Buch aber keineswegs schlecht für mich macht! Im Gegenteil.

Die Reise, die Pikay dann endlich vollzogen hat, war auch völlig anders, als erst gedacht. Trotzdem war auch hier vieles, das man mochte. Zum Beispiel wurden die Unterschiede der Kulturen sehr gut dargestellt. Da Pikay hier durch mehrere Länder reist, gibt es dementsprechend auch Unterschiede, die manchmal sogar mehr als nur groß sind. Gerade für Pikay ist es ein Erlebnis, aus Indien zu kommen und etwas für ihn völlig fremdes zu erleben! Im einen Land sind die Frauen vollkommen bedeckt, im anderen laufen sie mit kurzen Sachen rum. Dort sind die Menschen zurückhaltend, dort laden sie dich nach Hause ein, ohne dich zu kennen, und dort reden sie nicht mit dir und sehen dich an, als wollten sie dich verscheuchen.

Tatsächlich waren es in diesem Buch die Dinge, durch die man viel lernen konnte.


Lotta und Pikay waren total füreinander geschaffen und ich fand es zwar komisch, dass er ihr direkt nach so kurzer Zeit einen Antrag macht und ihr nachfährt, andererseits aber auch richtig berührend und offensichtlich richtig :) Es gab auch für den Leser immer ein Ziel und das war Lotta.



Die Liebesgeschichte mit Lotta war nicht annähernd so wie ich erwartet hatte. Im Grunde genommen war das Ganze Buch anders. Aber das ist jetzt egal. Es hat mir gefallen und es gab ein schönes Ende :) Das Ganze ist eher wie eine Biografie aufgebaut und ist wohl auch eine. Es war nicht unbedingt das, was ich momentan lesen wollte, kriegt aber trotzdem 4 Sterne von mir, weil ich viel davon mitnehmen konnte :) Kulturen und vor allem Kastensystem und Unterschiede wurden wunderbar verdeutlicht! Wer sich auf dieses Buch einlässt, sollte bereit sein zu lernen und zu sehen. Es war interessant Pikay auf seinem Lebensweg zu begleiten und letztendlich bin ich doch ziemlich froh, es gelesen zu haben :)

Dieses Exemplar wurde mir für eine *Leserunde zur Verfügung gestellt :) Daher möchte ich mich noch einmal bei Lovelybooks für das Buch bedanken.

[Rezension] Rush of Love-Verführt (Abbi Glines)

Okay. Wahrscheinlich denken jetzt alle Abbi Glines Fans unter euch: Dieses Buch muss sie lieben!
Aber ich weiß noch immer nicht, wie ich dieses Buch bewerten soll..



Titel: Rush of love - Verführt
Autor: Abbi Glines
Seiten: 235
Format: Taschenbuch
Verlag: Piper
Erscheinungsdatum: 14.05.2013
Preis: 8,99€ (D) Hier kaufen




Wenn du willst, was du nicht haben kannst … Nach dem Tod ihrer Mutter verlässt Blaire ihr Zuhause, um bei ihrem Vater und dessen neuer Familie in einem luxuriösen Strandhaus zu leben. Vor allem ihr attraktiver Stiefbruder Rush lässt sie jedoch immer wieder spüren, dass sie nicht willkommen ist. Er ist so abweisend wie anziehend, so verletzend wie faszinierend, er ist verwirrend und unwiderstehlich – und er kennt ein Geheimnis, das Blaires Herz mit einem Schlag für immer brechen könnte.




Wo fang ich an... Mir war schon klar, dass es hier Szenen geben wird, die eben nicht immer in einem normalen Liebesroman zu finden sind. Aber mir war anfangs nicht ganz klar, dass der Junge um den es hier geht, so extrem sexsüchtig und eigen ist.

Rush war mir anfangs nicht wirklich sympathisch und mir ist jetzt auch klar, dass er gut aussieht, aber ist das wirklich ein Grund ihm immer nah sein zu wollen? Dass ihm so gar keiner widerstehen kann? Ich weiß, genau darum geht es hier. Aber oft hat mir einfach die Logik gefehlt. Manchmal hat das nicht so gepasst. Nach und nach hat sich natürlich herausgestellt, wieso er anfangs so abweisend zu unserer Protagonistin Blaire war. Und das Geheimnis, das er mit sich trägt ist auch schwerwiegend für sie. So stimmt das ja alles. Aber jetzt komme ich zu Blaire.

Blaire war nämlich am Anfang des Buches ein Mädchen, das noch unerfahren ist und auch nicht irgendeinen, sondern DEN Mann für sich sucht. Aber sobald sie Rush sieht, und ihn sogar mal beim Sex mit anderen Frauen beobachtet, ist das alles vergessen?
Ich weiß, das ist die Art Buch. Aber es hat mich etwas geärgert, dass sie direkt so auf seine Art reingefallen ist. Vielleicht war es auch der Kosename "Baby", der das Ganze für mich oft so herablassend gemacht hat.

Jetzt komme ich mal zu den Positiveren Dingen :)
Ich fand es gut, dass Blaire nicht alles annehmen wollte, dass sie ihren eigenen Willen durchsetzt und sich nichts gefallen lassen will, auch wenn sie in einer völlig fremden Stadt ist.
Sie hat sich sofort auf Jobsuche gemacht und diesen dann auch mit viel Ehrgeiz erfüllt. Selbst wenn sie sich dort nicht immer direkt wehren durfte, hat sie es doch ganz gut gemeistert :)

Rushs Partys nach ihrem Feierabend fand ich oft eher nervig, es passte dann aber zu ihr und Rush, weil sie sich so auch mal besser kennengelernt haben. Das hört sich jetzt komisch an, aber in diesem Buch ist das eine Thematik, die nicht ganz unwichtig ist.
Ich war ziemlich froh, als es mal nicht nur um "die einen" Gedanken ging und sie sich unterhalten haben. Offensichtlich hatte dann auch der unerreichbar scheinende Rush ein Herz, das er vergeben würde und dann wirkte er gar nicht mehr so.. allzeit bereit!

Auch in diesem Buch gab es wieder eine Person, die "die Böse" war und Blaire das Leben zur Hölle machen will. Einerseits habe ich es im Nachhinein verstanden. Andererseits dachte ich mir: Die beiden sitzen doch im selben Boot! Warum nicht einander unterstützen?
Aber auf die Idee kommt die gute Nan hier gar nicht und ich bin gespannt was ihr zu ihrem Geheimnis sagt ;)

Es war tatsächlich ein ewiges Hin und Her. Mal ja, mal nein. Und das egal wo. Blaire hat es in diesem Buch nicht immer leicht. Das sieht man sowohl am Anfang, als auch im ganzen Verlauf des Buches. Das wurde hier gut gemacht und da verstehe ich auch gut, dass sie irgendwann Gewissheit braucht.

Richtung Ende wurde das Ganze dann tatsächlich unerwartet emotional und ich habe viele Dinge besser verstanden. Rush hat hier für mich eine Entwicklung durchgemacht, die er hoffentlich beibehält.
Bei Blaire fand ich es schade, dass sie sich vor ihren Problemen drückt. Das könnt ihr jetzt sehen wie ihr wollt, aber als Leser habe ich mich, gerade gegen Ende, unendlich aufgeregt. Ich habe es wirklich verstanden. Aber einfach alles wieder hinzuschmeißen ist auch keine Rettung!




Das Buch war nicht schlecht. Ich fand es oftmals etwas übertrieben was die erotischeren Szenen angeht, die "Liebesgeschichte" aber eigentlich in Ordnung. Vielleicht hat mir da einfach noch etwas gefehlt und ich kam mit Rushs Art nicht ganz klar. Mein Traumtyp ist er jedenfalls nicht.
Bei Blaire kreisten die Gefühle nur um ihn und natürlich ihre Familie. Dass das Ganze dann so zusammenhängt kann ja keiner ahnen, dazu möchte ich aber auch nichts mehr verraten ;)
Ich war letztendlich einfach mehr als enttäuscht vom Ende. Ich war mir so sicher, dass es ein gutes Ende wird und dann kommt sowas. Zu "Rush of love" gibt es meine ich noch 2 weitere Teile, wobei ich mir echt mehr vom ersten erhofft habe. Mir hat hier einfach dieses gewisse Etwas gefehlt, was ich hoffentlich in Band 2, wo ich auf etwas mehr Liebe hoffe, finden werde.
Also ja, ich lese weiter und vergebe hier 3,5 auf 4 aufgerundete Sterne. Ich habe zwar viel kritisiert fand das Buch an sich aber gut :)


Büchertreff-Leserlieblinge 2014

Hallöchen ihr Lieben :)

Vor kurzem habe ich eine Mail von Mario, der bei der Aktion der Büchertreff-Leserlieblinge mitmacht, erhalten.
Jetzt möchte ich euch kurz sagen, worum es da überhaupt geht und vielleicht entschließt ihr euch ja, eines der Bücher als Liebling 2014 zu wählen! Denn je mehr Leser mitmachen umso aussagekräftiger kann das Ergebnis letztendlich werden :)
Die Aktion besteht eigentlich aus einer Nominierungs- und einer Abstimmungsphase, wobei ich jetzt verspätet auf die Wahl hinweise und die Nominierungsphase daher schon abgelaufen ist. In dieser hättet ihr Bücher des Jahres 2014 nominieren können und sie so eventuell auf einen der ersten 3 Plätze bringen können.
Jetzt befinden wir uns vom 06.04.-19.04. in der Abstimmungsphase und ihr könnt aus einzelnen Genres, die euch interessieren wählen, welches Buch ihr besonders gut fandet :) Ich hoffe es sind Bücher dabei, die ihr gern fördern würdet!
Pro Kategorie habt ihr eine Stimme und wenn ihr Interesse habt euch das Ganze mal anzusehen, dann besucht Mario doch hier und macht das Wahlergebnis umfangreicher und vor allem auch eindeutiger :)
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,

Nadine♥

[Rezension] Die letzten Tage von Rabbit Hayes (Anna McPartlin)

Hallihallo und guten Morgen :)
Ich bin noch total aufgelöst und habe Tränen in den Augen aber ich möchte euch jetzt unbedingt meine Meinung zu diesem Buch mitteilen!



Titel: Die letzten Tage von Rabbit Hayes
Autor: Anna McPartlin
Seiten: 504
Format: Taschenbuch
Verlag: rowohlt
Erscheinungsdatum: 20.03.2015
Preis: 12,00€ (D) Hier kaufen



Erst wenn das Schlimmste eintritt, weißt du, wer dich liebt.
Stell dir vor, du hast nur noch neun Tage. Neun Tage, um über die Flüche deiner Mutter zu lachen. Um die Hand deines Vaters zu halten (wenn er dich lässt). Und deiner Schwester durch ihr Familienchaos zu helfen. Um deinem Bruder den Weg zurück in die Familie zu bahnen. Nur neun Tage, um Abschied zu nehmen von deiner Tochter, die noch nicht weiß, dass du nun gehen wirst...





Ich bin hin und weg von diesem Buch. An sich ist das Ganze in unterschiedliche Teile, also die Tage eins bis neun aufgeteilt. Die ersten zwei Tage lernt man die Charaktere kennen und findet sich erstmal ein. Zumindest war das bei mir so. Ich brauchte wirklich die zwei Tage um die einzelnen Personen auseinander halten zu können und zu wissen wer wohin gehört.

Als ich mich dann eingefunden habe war es wunderschön. Jede Person, und das sind hier wirklich nicht wenige, hat ein Gesicht und einen ganz eigenen Charakter bekommen. Bei Rabbit hat es am längsten gedauert, obwohl es hier ja eigentlich um sie geht. Als sie mich dann aber auch überzeugen konnte, war es perfekt und hat mich vor allem emotional packen können.

Rabbits Familie war der totale Oberhammer :D Ich war hin und weg von ihnen. Sowohl ihre Eltern Molly und Jack, als auch ihre Geschwister Davey und Grace. Grace nahm dann noch ihre vier Kinder und ihren Mann Lenny dazu. Und dann gab es noch Casey, Mabel und Rabbits beste Freundin Marjorie, die mir erst total sympathisch war, dann wieder nicht, dann wieder doch.
Natürlich darf auch Juliet, Rabbits Tochter, nicht fehlen. Und die ganzen Bandmitglieder aus Rabbits Vergangenheit, Francie, Johnny, Jay usw. Ich könnte wirklich zu jedem was sagen und liebe sie alle innig, aber das lasse ich jetzt mal, damit ihr euch ein eigenes Bild machen könnt.

Es war an sich ein totales Chaos als ich angefangen habe zu lesen. Aber das hat sich wirklich gelegt und ich habe zu allen eine Bindung aufgebaut, die eben emotional auch sehr mitnimmt.
Es gab tatsächlich mal den ein oder anderen lustigen Moment. Vor allem Molly konnte durch ihre frechen Sprüche etwas Pepp reinbringen und Juliet war sowieso das Engelchen schlechthin. Ich fand diesen Zusammenhalt hier unglaublich schön und vor allem durch den Schreibstil der Autorin alles super dargestellt!
Irgendwann konnte ich mir alles so gut vorstellen. Zu jeder Person wurde etwas gesagt und vor allem durch Ereignisse bzw. Erlebnisse aus der Vergangenheit wurde das Ganze nach und nach ausgefüllt, immer besser verstanden.

Die Familie war zwar nicht immer einer Meinung, hat dann aber trotzdem immer eine Lösung gefunden und auch das finde ich schön und erwähnenswert, auch wenn man jetzt mal aufs religiöse lenkt!

Vor allem die Frage, wer sich in Zukunft denn um Juliet kümmert, wo sie doch erst 12 ist, war hier wichtig für Familie und Leser und hat mich wirklich oft mal nervös gemacht. Zu jeder Figur war bereits eine Verbindung aufgebaut worden, meinen Favoriten hatte ich aber bereits ausgewählt. Letztendlich wird auch hier eine gute Entscheidung getroffen, die dann doch unerwartet Rabbit entschieden hat :) So war es auch für Juliet am besten und so sollte das meiner Meinung nach auch sein!

Die Band, bestehend aus für Rabbit wichtige Personen, spielt hier lange eine wichtige Rolle. Hier wird immer dann davon berichtet, wenn aus Johnnys Perspektive berichtet wird. Erst dachte ich Rabbit wäre mit ihm zusammen und ich hatte anfangs etwas Einfindungsbedarf in den Zeitenwechsel. Aber als ich dann erstmal drin war habe ich gemerkt wie es wirklich ist und war total getroffen. Dafür war das Ende hier wirklich perfekt gemacht! Also wirklich genial :) So ein schönes Ende hätte ich mir jetzt nicht vorstellen können.



Das Buch war toll. Ich gebe zu die ersten zwei Tage musste ich mich erst einfinden, aber dann habe ich mehr und mehr verstanden und fand es genial. Wenn man so mit den Personen leidet, fühlt, lacht und einfach lebt, dann ist das was besonderes und das hat die Autorin hier prima hinbekommen!
Ich bin so froh, dass ich das gelesen habe. Ich finde man kann hier einfach auch für sich selbst etwas lernen und vielleicht besser verstehen wie man mit dem Tod umgehen könnte.
Das Ende war für mich auch noch ein kleines Highlight und einfach schön und super eingefügt!
Klare 5 Leseschmetterlinge mit Extraauszeichnung für Rabbit und ihre wunderbare Familie :)

[Rezension] Mit dem Narbenherz (Julia Jawhari)

Hallo ihr!
Heute Mittag hat mich ein Buch erreicht, das ich in einer *Leserunde lese und das einen ziemlich schnell ans Ende bringt :)



Titel: Mit dem Narbenherz
Autor: Julia Jawhari
Seiten: 176
Format: Taschenbuch
Verlag: Books on Demand
Erscheinungsdatum: 02.03.2015
Preis: 8,99€ (D) Hier kaufen

ab 14 Jahren



Tess ist nur ein Mädchen wie viele andere auch. Sie hat es nicht immer leicht, stolpert hier und da über ihre kleinen und größeren Schwächen und möchte gerne besonders sein. Eines Tages trifft sie diesen Jungen. Er ist ihr seltsam vertraut. Und er gibt ihr das unglaubliche Gefühl, genau das zu sein, was sie immer hat sein wollen. Es muss die große Liebe sein. Was sonst?! Tess ahnt nicht, dass er ihr mehr schadet als jede heimtückische Krankheit. Und sie weiß nicht, dass er genau das beabsichtigt - sie zu zerstören… Eine Geschichte über das, was Liebe nicht ist und über das, was Liebe ist… und eine Geschichte, die junge Menschen vorbereiten möchte, auf dass sie achtsam sind, wem sie ihr Herz schenken.




Ich finde es nicht besonders leicht, dieses Buch zu bewerten. Die Grundaussage der Autorin ist bei mir angekommen. Auf der anderen Seite bin ich nicht ganz überzeugt von den Details der Geschichte und habe das Gefühl, dass sich zu sehr auf die Nachricht konzentriert wurde, was das Buch aussagen soll, als auf das wie und warum es passiert.

Zu Tess habe ich keinen direkten Bezug finden können. Ich habe ihre Gedanken zwar verstanden, weiss, dass sie leidet, aber verstehe so gut wie nicht warum.
Mir ist klar, dass es hier vor allem um das geht, was mit ihren Gefühlen gemacht wurde. Dass sie ausgenutzt und unfair behandelt worden ist. Aber in meinen Augen ist es so, dass ihre Geschichte dem Leser nicht klar genug vor Augen führt, was eigentlich mit ihr passiert. Es fehlen mir sozusagen die einzelnen Phasen des "Kaputtgehens" und des "Erkennens".

Tess berichtet dem Leser von ihren Gefühlen. Sie sagt, wie schlecht sie behandelt wurde und dass sie einsieht, wie falsch das alles war. In dicker Schrift wird dann von dem damals erzählt, das aber im Präsens geschrieben ist. Hier konnte ich mich doch öfter besser einfinden, aber viele Reaktionen von Tess nicht nachvollziehen.
So zerrt sie beispielsweise ein Mädchen zu Boden, das mit dem Jungen den sie "liebt" redet, obwohl sie mit diesem nichtmal Händchen hält.
So ganz verstehen tue ich nicht, wie man mit jemandem zusammen sein kann, ohne körperlichen Kontakt zu haben, ohne wirklich Zeit miteinander zu verbringen und nach einigen Minuten wieder und wieder abgeschüttelt zu werden. Und bei Tess schien das ja am Anfang schon so zu sein. Also hätte die Einsicht in meinen Augen viel schneller da sein müssen.
Stattdessen hungert sie sich zu Tode? Aus Liebe?

Mein Problem ist denke ich einfach, dass ich nicht verstanden habe wieso. Wie kann man sich in jemanden verlieben, ohne ein Detail zu kennen? Oder die Person zumindest ab und zu länger als ein paar Minuten zu sehen.
Was ich gut nachvollziehen konnte waren die Gespräche. Also dass er mal von einem freundlichen zu einem bösen Ton gegangen ist und sie so zunehmend verunsichert hat. Oder mal ganz der Gentelman und dann wieder ein Monster war.
Auch andere Details sind mir ins Auge gestochen. Nur dieser seelische Schaden, dieses wirklich "nicht-essen-wollen" und eingenommen werden, ist nicht bei mir angekommen. Mir fehlten einfach die Stadien. Und wenn ich einen Jungen mit vielen anderen Mädchen sehe wache ich auf.

Da das Buch aus zwei Teilen besteht, ging es darum hauptsächlich im ersten Teil. Im Zweiten wurde von ihrem Leben danach berichtet.
Ich fand die Rolle der Freundin Jenny bei den Nebencharakteren mit am stärksten, obwohl sie kaum erwähnt wird. Klaus kommt etwas später dazu, ist dann aber neben Tess ebenso wichtig und nimmt die Rolle des neuen Freundes ein.
Hier war vor allem die Entwicklung von Tess wichtig, die bei mir allerdings auch wieder an einigen Stellen Fragen aufgeworfen hat.



Wie ich gesagt habe: Die Message ist angekommen. Ich denke, dass diese auch bei allen anderen Lesern ankommen wird. Man sollte sich nie voll und ganz von einer Person einnehmen lassen, muss aufpassen, wachsam sein und seine Interessen und Freunde weiterhin verfolgen.
Leider ist mir die Geschichte dabei verloren gegangen und bestand im ersten Teil so gut wie nur aus Gedanken. Außerdem hat mir da einfach das Nachvollziehen des Handelns, sowie ernstere Situationen mit ihm gefehlt.
Im zweiten Teil wurde es besser, was die Geschichte angeht. Da gab es allerdings auch den ein oder anderen Kritikpunkt.
Ich finde keineswegs, dass dies ein schlechtes Buch ist. Die Umsetzung ist einfach nicht ganz so, wie ich sie mir gewünscht hätte. Ich denke an und für sich kann man da sehr viel rausholen. Abgesehen davon ist mir die Autorin mit ihrem Schreibstil nicht unsympathisch und weiß die Nachricht zu überbringen.
Ich vergebe 3 von 5 Leseschmetterlingen.

 
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