[Rezension] Ein Bild von dir (Jojo Moyes)




Titel: Ein Bild von dir
Autor: Jojo Moyes
Seiten: 544
Format:Paperback
Verlag: Rowohlt
Erscheinungsdatum: 23.01.2015
Preis: 14,99€ (D) Hier kaufen




Zwei Paare – getrennt durch ein Jahrhundert, verbunden durch ein Gemälde.
Während um sie herum der Erste Weltkrieg tobt, versucht Sophie stark zu sein – für ihre Familie, für ihren Mann Édouard, der auf Seiten Frankreichs kämpft. Nur ein Gemälde ist ihr geblieben, das sie an ihr gemeinsames Glück erinnert. Ein Porträt, das Édouard einst von ihr malte. Und das ihn jetzt retten soll.

Hundert Jahre später. Liv trauert um ihren Mann David. Vor vier Jahren ist er gestorben, viel zu früh. Livs kostbarster Besitz: ein Gemälde, das er ihr einst schenkte. Der Maler: Édouard. Das Modell: Sophie. Als ihr dieses Gemälde genommen werden soll, ist sie bereit, alles zu opfern. Auch das eigene Glück.


Dieses Buch hat viel zu lange auf meinem SuB gelegen und als ich es nun erneut auf meine Leseliste gepackt habe, musste es so schnell es geht gelesen werden. Ich bereue keinen Satz, kein einziges Wort aus diesem Buch.

Auch diesmal haben wir es, ähnlich wie bei Eine handvoll Worte, wieder mit zwei Protagonistinnen zu tun, deren Geschichten in unterschiedlichen Zeiten spielen. Zuerst einmal wäre da Sophie, die 1916 das erste Mal zu Wort kommt und den Hunger, die Gewalt und die Umstände beschreibt, die durch die Besetzung Frankreichs durch Deutschland aufkommen. Neben ihr lernt man später die zweite Protagonistin, Liv, kennen, die ihre Geschichte im Jahr 2006 erzählt. Der Klappentext zeigt es sehr schön, es sind wirklich zwei Paare, die durch ein Jahrhundert getrennt und durch ein Gemälde miteinander verbunden sind.

Ähnlich wie im oben genannten Buch hat man es auch hier wieder mit einer Verbindung der beiden Protagonistinnen zu tun, was ich bei Jojo Moyes nach wie vor gelungen finde. Ich frage mich wirklich wie sie es schafft, den Leser in der Form mit zwei so verschiedenen und doch zusammenhängenden Geschichten zu fesseln. Der Schreibstil der Autorin und ihre Art Geschichten zu erzählen beeindruckt mich einfach.

Als ich Sophie eine Weile begleitet habe, hatte ich das Gefühl als würde ich selbst Hunger leiden. Es war, als wäre man mitten im Geschehen drin, als würden die Bomben direkt neben einem einschlagen und es wäre nicht bloß eine Geschichte. Ich konnte ihre Emotionen immer so gut nachvollziehen und ihre Liebe zu Édouard war einfach das Kostbarste was man sich vorstellen konnte. Diese Beziehung und die Worte, das Gemälde von ihr, das für mich auch ihre Liebe wiederspiegelt, waren der Anker an dem man sich mit ihr gemeinsam festklammern wollte.

Mit der Zeit erfährt man einfach unglaublich viel aus ihrem Leben und fühlt wirklich mit. Sie macht eine enorme Entwicklung durch und kämpft für die Menschen um sie herum, für die Gerechtigkeit. Ich habe sie als sehr stark empfunden und mit ihr die Menschen gehasst, die ihr Unrecht getan haben und die geliebt, die sie als Familie angesehen hat. Immer wieder kamen Wendungen, die so unfair waren und es wirkte einfach so... echt. Als würde wirklich jemand seine Geschichte erzählen.

Natürlich fiel es mir dadurch sehr schwer, mich auf eine weitere Protagonistin einzulassen und Sophie für einige Kapitel loszulassen. Doch auch mit Liv entwickelt sich eine unglaublich spannende Geschichte, die stark mit der von Sophie zusammenhängt. Je weiter man liest umso stärker fühlt man sich mit beiden verbunden und erkennt, wodurch ihre Schicksale und Geschichten miteinander verwoben sind. Ich habe es geliebt.

Liv ist ebenfalls eine sehr starke Frau und steht Sophie in nichts nach. Sie kämpft für das was sie will und tut alles, um ihre Erinnerungen aufleben zu lassen. Wo sie zu Beginn noch sehr an ihrem verstorbenen Mann David hängt und ihn nicht loslassen will, ist sie zum Ende hin endlich wieder verliebt, lebendig und vor allem glücklich. Durch sie lernt man außerdem auch mehr über Sophie und so werden letztendlich beide Handlungsstränge zusammen- und zu einem Ende geführt.

Natürlich sind die Nebencharaktere genauso stark ausgearbeitet, wie die Protagonistinnen. So sind Paul und Édouard besonders präsente und wichtige Charaktere, die die Geschichte um so vieles reicher machen. Natürlich dürfen Sophies Édith, Hélène, Jean, Mimi und Aurélien, sowie die Gemeinschaft ebenfalls nicht fehlen. Auch unbequemere Charaktere, wie die Militärkräfte, der Kommandant und auch Janey waren unheimlich wichtig. Und Livs Nebencharaktere, wie ihr Vater, Fran, Mo, Greg und Jake darf man natürlich auch nicht vergessen. Ihr seht, sie sind allesamt wichtig und ich habe noch so viele ausgelassen. Es ist einfach perfekt gemacht und man gewinnt die meisten davon wirklich lieb.

Ich kann euch nicht viel mehr dazu sagen, denn ansonsten würde ich euch spoilern, aber die Geschichte hat sich so gelohnt. Sie hat mir einiges gegeben und es ist erstaunlich, wie ein Leben, ein Gemälde, ein anderes Leben so stark beeinflussen und verbessern kann. Und die Moral von der Geschicht? - Gemälde geben viel, Geld nicht.




Wahrscheinlich ist spätestens jetzt jedem aufgefallen, dass ich auch dieses Buch der Autorin wieder einmal abgöttisch liebe. Vom Aufbau hat es mich sehr stark an Eine handvoll Worte erinnert, denn auch dort wird der Leser in zwei verschiedene Zeiten mit unterschiedlichen Charakteren geworfen, deren Geschichten mit jeder Seite näher aufeinander zugehen. Es war unglaublich emotional, spannend, traurig und erfüllend. Man hat das Gefühl mit einer anderen Einstellung aus dem Buch zu gehen und ich denke ich werde ein Gemälde nun ganz anders sehen, denn wer weiß welche Art von Geschichte sich dahinter verbirgt? Liv und Sophie sind Protagonistinnen, die sich durchsetzen können und stark bleiben, selbst wenn es richtig brenzlig wird. Sie stehen für das ein, was sie lieben und das bewundere ich sehr. Alle Charaktere hatten eine Tiefe, die man selten findet. Es war eine Achterbahn der Gefühle und die 500 Seiten haben sich fix lesen lassen, sodass das Buch sich so gut wie gar nicht weglegen ließ und ich dringend wissen musste, wie es nun weitergeht und welches Schicksal am Ende der Straße auf die beiden wartet. Mit dem Ende bin ich sehr zufrieden und muss die Autorin wieder einmal loben! Es gibt einfach keine Kritikpunkte und ich wünsche mir wirklich mehr solcher Bücher. Die Tatsache, dass all das ein Gemälde ausgelöst hat, ist schon ziemlich witzig - aber auch unglaublich beeindruckend. Deshalb kann es nur 5 Leseschmetterlinge und die Extraauszeichnung geben.


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