[Rezension] Falkenmädchen (Asuka Lionera)




Titel: Falkenmädchen
Autor: Asuka Lionera
Seiten: 400
Format: Taschenbuch
Verlag: Drachenmond
Erscheinungsdatum: 15.06.2016
Preis: 14,90€ (D) Hier kaufen

 Band 2 



“Mondscheinmädchen nennen sie mich, doch eigentlich ist das nicht richtig. Denn ich bin das Falkenmädchen.”

Miranda ist nicht wie die anderen. Doch selbst ihre Andersartigkeit ist anders, denn sie ist die einzige Tagwandlerin. Sobald die Sonne aufgeht, verwandelt sich die junge Frau in einen schwarzen Falken. Nur ihre Familie kennt ihr Geheimnis, doch als ihr Vater, der ihren Fluch teilt, getötet wird, wenden sich alle von ihr ab. Auf sich allein gestellt, wird sie als Falke gefangen genommen und soll fortan zur Beizjagd des jungen Prinzen dienen.


Auf dieses Buch war ich nach Divinitas so wahnsinnig gespannt. Im Prinzip ist dies die Vorgeschichte zu der Geschichte von Divinitas, ich würde aber sagen, dass man sie gut getrennt lesen kann und vielleicht sogar mit diesem Buch anfangen sollte, wenn man mit Vorwissen an Divinitas gehen will.

Diesmal geht es um Miranda, aus deren Sicht ich nach Divinitas unbedingt lesen wollte! Schon zu Beginn des Buches fiel es mir leicht mich in sie hineinzuversetzen und ich hätte nie gedacht, dass ihre Verhältnisse einmal so waren, wie sie dargestellt werden. Gerade zu Beginn tat sie mir ständig leid, weil sie immer wieder ausgeschlossen wurde und immer nur zusehen konnte, statt einzugreifen. Doch je weiter sich die Story entwickelt, umso mehr entwickelte sich auch Miranda und das fand ich absolut beeindruckend!

Dieses Buch ist keinesfalls mit Divinitas oder anderen Büchern zu vergleichen, die eher die Happy End-Stimmung besitzen. Damit sollte man hier auch nicht rechnen. Das ganze Buch ist düster eingestellt und selbst wenn das nicht jedermanns Sache ist und auch ich mich nur selten mit einer derartigen Wandlung anfreunden kann, fand ich es hier absolut angebracht und stimmig. Für mich kann es mittlerweile gar keine andere Lösung mehr geben.

Die Story habe ich somit auch schon beschrieben. Düster. Definitiv nicht glücklich. Es gibt immer wieder schöne Momente, aber in diesem Buch lernt man vor allem die Vorgeschichte kennen und die besteht nun mal aus dem Krieg der Elfen gegen die Menschen. Abgesehen davon gibt es einige schöne und unschöne Teile in der Geschichte, ob Liebe, Hass, Zauber, Familienglück oder Krieg. Alles ist dabei.

Mit der Zeit lernt man neben Miranda und ihren Lebensumständen, beispielsweise dem Fluch, auch ihre Familie und neue Charaktere kennen. Ihre Familie war mir tatsächlich durchgängig unsympathisch. Obwohl sie so viele Geschwister hat, scheint sich keine für sie zu interessieren und das fand ich schade, aber auch dies unterstreicht ihre Umstände besonders gut. Gerade ihre Mutter empfand ich als kaltherzig und vollkommen grausam. Natürlich will ich euch an dieser Stelle nicht allzu viel verraten, aber ihr werdet verstehen was ich meine, wenn ihr es lest ;)

Alys kommt leider auch hier wieder vor. Sie gehört zu den Elfen und übt auf den ein oder anderen Charakter in der Geschichte eine wirklich schlechte Kraft aus. Ich habe sie mir immer wieder weggewünscht und gehofft, dass da noch etwas gemacht wird und sie ist leider auch mein kleiner Kritikpunkt. Irgendwie hatte ich da auf etwas besseres gehofft, mehr Widerstand von Seiten Mirandas, denn mit dieser Lösung komme ich nach wie vor nicht richtig klar :/

Neben unangenehmen Charakteren lernt man allerdings auch besonders liebe und angenehme kennen. So treffen wir schnell auf Mirandas Vater, der mir schnell sympathisch wurde und wie das komplette Gegenteil ihrer Mutter wirkte. Er teilt ihren Fluch und so fühlt man sich wie Miranda einfach verbunden mit ihm. Die Autorin zeigt in dieser Beziehung einiges an Gefühlen, da hier tatsächlich alles rausgeholt wurde, was man nur rausholen konnte.

Ein weiterer Charakter ist natürlich Aeric, der Prinz. Man lernt ihn im Laufe des Buches kennen und meiner Meinung auch lieben. Gerade zu Beginn wirkt es feinfühlig, liebevoll, sympathisch und kämpferisch. Bei ihm stellt man allerdings ab etwa der Hälfte des Buches eine unangenehme Entwicklung und somit auch eine riesen Wendung für das Buch fest, die ich total traurig und schade fand. Doch auch hier beweist die Autorin, dass sie jede Art von Geschichte erzählen könnte und wir ihr trotzdem aus der Hand fressen.

Wer fehlt? - Genau! Vaan und seine Schwester. Die beiden mal näher kennenzulernen, bzw. die Beweggründe seiner Schwester erkennen zu können fand ich total toll und auch die Liebe, die Miranda ihren Kindern entgegenbringt war sehr gefühlvoll und schön gemacht. Die beiden haben einen tollen Abschluss und natürlich die Geschichte um Divinitas gestartet.




Ich liebe es wie die Geschichten rund um Divinitas und Falkenmädchen zusammenhängen und einfach alles stimmt. Ich habe kaum etwas auszusetzen und was ich schön finde ist vor allem, dass keine Logikfehler oder Lücken mehr da zu sein scheinen. Miranda ist so eine sympathische Protagonistin, dass ich mir für sie wirklich ein besonders perfektes Ende gewünscht hätte, aber genau das will die Autorin dem Leser nicht geben. Stattdessen bekommt man es hier mit einer sehr düsteren Story zu tun, die sicher der ein oder andere bemängeln wird. Ich hingegen fand es toll, mal etwas anderes zu lesen und auch diesen passenden Weg hin zu Divinitas kennenzulernen. Klar, es ist traurig und sehr emotional, aber das macht dieses Buch so besonders. Die Entwicklung der Charaktere ist gigantisch und wo Miranda sich immer positiver entwickelt, geht Aeric erst viele Schritte in die richtige Richtung und dann das 10-fache in die falsche. Diese Entwicklung ist vor allem Alys zuzuschreiben, weswegen ich auch nicht ganz zufrieden mit ihrer Wandlung bin. Trotzdem zählt die Spannung und die war durchweg da! Es gab tolle Charaktere, viele die man lieb gewinnt und eventuell sogar wieder verliert, viele die man hasst, viele die man nie vergessen wird. Von mir gibt es 4,5 Leseschmetterlinge :)
An dieser Stelle danke ich der Autorin und dem Drachenmond-Verlag für das *Rezensionsexemplar :)

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