[Rezension] Tausend Nächte aus Sand und Feuer (Emily Kate Johnston)




Titel: Tausend Nächte aus Sand und Feuer
Autor: Emily Kate Johnston
Seiten: 368
Format: Hardcover
Verlag: cbt
Erscheinungsdatum: 24.05.2016
Preis: 16,99€ (D) Hier kaufen

Ab 14 Jahren




Lo-Melkhiin hat schon dreihundert Mädchen auf dem Gewissen, bevor er in ihr Dorf kommt, um sich eine neue Braut zu suchen. Als sie die Staubwolke am Horizont sieht, weiß sie, dass er das hübscheste Mädchen im Dorf mitnehmen wird: ihre Schwester. Aber das wird sie nicht zulassen. Stattdessen kehrt sie selbst mit dem geheimnisvollen Wüstenherrscher in seinen Palast zurück. Der Tod scheint ihr sicher, doch am nächsten Morgen ist sie immer noch am Leben. Von nun an erzählt sie Lo-Melkhinn jede Nacht eine neue Geschichte und jeden Morgen erwacht sie mit einem magischen Funken in sich, der von Tag zu Tag mächtiger wird.



Auf dieses Buch habe ich mich schon vor Erscheinen riesig gefreut, weil ich Zorn und Morgenröte nicht gelesen habe und sich dieses Buch sehr ähnlich angehört hat. Die Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen und unbedingt mal in eine Geschichte von 1001 Nacht eintauchen!

Was mich während des Lesens immer wieder beschäftigt hat ist, dass dieses Buch definitiv anders ist. Es wird schnell klar, dass nicht jeder die Geschichte gut und spannend finden wird, weil es oft sehr ausführliche Beschreibungen und eigenartige Dinge gibt, die sich sicher auch nicht jeder vorstellen kann oder will. Mir persönlich hat das meistens gut gefallen, mir fehlte allerdings die Tiefe, was womöglich auch an den fehlenden Namen liegt.

Was ich mit fehlenden Namen meine? Die einzige Person, die in diesem Buch einen Namen bekommen hat ist der König Lo-Melkhiin. Die Hauptprotagonistin, aus deren Sicht wir lesen, scheint keinen zu haben. Natürlich ist es die Absicht der Autorin und die Grausamkeit sticht immer wieder heraus, was der Name unterstützt. Trotzdem fand ich es irgendwie schade. Letztendlich ist es allerdings kein wirklicher Störfaktor, da man mit den Worten 'ich' , 'meine Schwester' , 'die Mutter meiner Schwester' usw. gut klarkommt.

Mit der Zeit hat es mich aber auch gern mal genervt Sachen wie 'die Tochter der Tochter' usw. dauerhaft zu lesen. Gleichzeitig war ich gerade zu Beginn des Buches sehr verwirrt, da die Geschichte, wie schon gesagt, sehr eigen ist und man sich erst einmal einfinden muss, um herauszufinden was hinter den Toden so vieler Mädchen steckt und dass das Ganze eben auch ein Fantasy-Buch ist.

Die Hauptprotagonistin habe ich als sehr stark empfunden und obwohl auch sie das Ganze verwirrend zu finden schien, wusste sie immer was sie tun musste. Das ist für mich allerdings noch ein Punkt, den ich storytechnisch nicht ganz nachvollziehen kann, schließlich war ihr nicht wirklich klar, was da gerade passiert und doch hat sie immer wieder die richtigen Schlüsse gezogen. Trotzdem mochte ich diese selbstbewusste Art und das Wissen, das so auch an den Leser weitergegeben wurde.

Hinzu kommt, dass der Glaube in diesem Buch eine sehr große Rolle spielt. Hier wird immer wieder für Kleingötter gebetet und es werden ihnen Opfer dargebracht. Gerade für die Familie der Protagonistin, die in der Wüste lebt, ist dies ein wichtiger Aspekt des Alltags. Im Laufe des Buches entwickelt sich die Protagonistin in eine Richtung, die das Ganze verwirrend aber auch schön und interessant macht.

Neben den Kleingöttern gibt es aber auch Dämonen, die angesprochen werden und so kommen gleich 2 unterschiedliche Fantasyaspekte auf, die die Story maßgeblich prägen. Dazu werde ich auch nichts weiter sagen, weil ich euch sonst spoilern würde. Trotzdem war es mal ganz schön, etwas anderes zu lesen.


Mit diesem Buch kriegt man gleich mehrere Sachen: Glaube/Religion, Hoffnung, Fantasy und mehr. Was mir allerdings etwas gefehlt hat waren die Namen der Figuren, sowie die Tiefe, die vor allem durch Emotionen und Gefühle hätte da sein können. Was ich auch erwartet hätte war, dass zwischen der Protagonistin und Lo-Melkhiin noch irgendwie eine Liebesbeziehung aufkommt, die das Ganze zu einer besonders gefühlvollen Story umwandelt. Das ist allerdings auch nicht so passiert. Trotz einiger Kritikpunkte hat mir das Buch an sich aber gut gefallen. Es war meine erste Geschichte zu 1001 Nacht und auch wenn es nicht so war, wie ich es mir vorgestellt habe, war es interessant mal etwas ganz anderes zu lesen. Tatsächlich gab es auch nur wenige langatmige Stellen und ich hatte nie Langeweile beim Lesen. Dadurch, dass die Protagonistin oft ähnliche Tätigkeiten ausübt, hätte man damit rechnen können, es ist aber meiner Meinung nach nicht aufgetreten. Spannend fand ich die Fähigkeiten, die erst sehr plötzlich kamen und neugierig gemacht haben und die sich dann als etwas ganz anderes offenbart haben, als ich angenommen hätte. Ich kann das Buch nicht wirklich beschreiben, die Geschichte ist aber wirklich mal etwas anderes und auch wenn sie mich nicht 100% packen konnte, bekommt sie 3,5 Leseschmetterlinge :)
An dieser Stelle danke ich dem cbt-Verlag für das *Rezensionsexemplar :)

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