[Rezension] Wonderland (Christina Stein)




Titel: Wonderland
Autor: Christina Stein
Seiten: 384
Format: Broschiert
Verlag: Fischer
Erscheinungsdatum: 25.08.2016
Preis: 12,99€ (D) Hier kaufen
 
Ab 14 Jahren
 



Sie machen eine Reise ins Paradies. Und landen in der Hölle auf Erden.
Thailand. Sonne, Palmen, eine Villa direkt am Strand. Der perfekte Urlaub! Doch als Lizzy am Morgen nach einer Strandparty aufwacht, ist sie gefangen. Mitten im Dschungel, mit ihren besten Freunden – und mit Jacob. Jacob, den keiner von ihnen richtig kennt, und der sie auf diese verdammte Strandparty eingeladen hat. Nur wegen ihm sind sie in einem Reality Game gelandet, in dem es nur schwarz oder weiß gibt, verlieren oder gewinnen, opfern oder geopfert werden.
Wer sind die Player in diesem Spiel? Was haben sie vor? Und welche Rolle spielt eigentlich Jacob? Lizzy hat keine Ahnung. Sie weiß auch nicht, wie lange sie ohne ihre Herzmedikamente überleben kann. Sie weiß nur eines: Die Gruppe muss bis morgen entscheiden, wer von ihnen das nächste Opfer sein wird.


Bei diesem Buch hatte ich wirklich Glück, es bei einer Leserunde gewonnen zu haben. Vorher bin ich immer wieder drum herum geschlichen und habe es letztendlich gewagt, mich zu bewerben. Eine wirklich gute Entscheidung, denn das Lesen lohnt sich und ich hatte es schwupp di wupp durch!

Zu Beginn liest man aus der Sicht von Liz, die einem schnell sympathisch wird und immer ein gutes Auge für die Gesamtsituation hat. Durch ihren Herzfehler nimmt sie scheinbar viel mehr wahr und genießt den Moment, doch diesmal ist es etwas anders, denn schon zu Beginn fühlt sie sich nicht ganz wohl. Und die unwohle Vorahnung soll sich dann auch bestätigen.

Sobald es richtig spannend wird liest man auch aus der Sicht von Jacob, was es dem Leser definitiv leichter macht die Sache wesentlich objektiver, bzw. aus mehreren Sichtwinkeln zu betrachten. Sowohl Jacob, als auch Liz und ihre Freunde, als auch die Spielemacher scheinen irgendwo etwas zu opfern. Doch was genau das ist kommt erst nach und nach raus und letztendlich wird man nochmals überrascht! Und das macht dieses Buch aus.

Jacob ist mir neben Liz mit am sympathischsten gewesen. Gerade zu Beginn weiß man nicht wem man trauen kann, denn gerade Jacob scheint erstmal tief mit drin zu stecken. Trotzdem wollte ich mir nicht zu schnell ein Urteil bilden und dann kam es natürlich zu Diskussionen, immerhin geht es um Leben und Tod. Alle konnten mich irgendwo verzaubern und wo Ben und Colin oft eine 'Außenseiterposition' einnehmen, habe ich Nellie, Amelie, Liz und Jacob wirklich ins Herz geschlossen. Alle hatten ihre eigene Geschichte, ihre Gründe und Träume.

Besonders beeindruckt haben mich also gleich mehrere Punkte. Die Charaktere sind so ziemlich der wichtigste Punkt, denn ohne sie und ihr menschliches, unperfektes Verhalten hätte man sich nicht so wohl gefühlt und ihnen als Leser Vertrauen und diese Art von Mitfiebern entgegengebracht. 

Neben ihnen ist die Geschichte unglaublich realistisch, sodass man immer wieder darüber nachdenken muss: was wäre, wenn man selbst plötzlich von der Bildfläche verschwinden würde und sich nirgendwo mehr melden würde? Wie würden meine Eltern reagieren? Wie meine Freunde? Genau darüber macht man sich Gedanken, denn gerade durch Liz werden solche Gedanken immer wieder geweckt.

Letztendlich gibt es einiges, das mir gefallen hat und da es insgesamt 3 Perspektiven gibt (ich nehme euch nicht alles vorweg), erfährt man mehr als nur durch Liz' Perspektive und bekommt so auch einen Rundumblick. Gleichzeitig wird man verwirrt und in die Irre geführt und wird letztendlich wirklich geschockt. Erschreckend realistisch und wirklich spannend. Auch wenn ich mir teilweise, gerade in der Arena, noch einen Tuck mehr an extremeren Elementen gewünscht hätte.




Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der Jugendbücher und Thriller liebt. Wer auf die extreme Art Thriller steht ist hier vielleicht nicht unbedingt an der richtigen Adresse, trotzdem muss ich sagen, dass die Situation in der die Charaktere sich befinden und die letztendlichen Fakten so realistisch sind, dass sie auf ihre Art und Weise den Bedarf an 'extremen' Elementen decken. Immer wieder fragt man sich wie man selbst handeln würde und was die eigenen Eltern wohl tun würden, wenn man plötzlich einfach weg wäre. Die Charaktere wachsen einem dermaßen ans Herz, dass man ihnen nur Gutes wünscht und so unglaublich mit ihnen mitleidet. Immer wieder kommt es zu Situationen, die auswegslos scheinen und die dann doch gemeistert werden. Gleichzeitig gab es auch solche, die eben nicht gemeistert werden konnten und bei denen ich mir immer wieder dachte "Vielleicht ist die Person nicht wirklich tot und es ist doch nur eine Puppe". Auch wenn man die jeweilige Person nicht am liebsten hatte war es doch immer wieder ein komisches Gefühl, das sehr realistisch war. Und dass hier Realität mitspielt kommt gerade gegen Ende gut zur Geltung, denn dort macht die Autorin geschickt auf ein Thema aufmerksam, das beängstigend ist. Letztendlich werden hier für mich gleich 2 Themen behandelt, die durch den Schreibstil noch mehr herausstechen, die ich aber nicht verrate, um euch nichts vorwegzunehmen. Ich fand das Buch jedenfalls spannend und kann deshalb nur 5 Leseschmetterlinge vergeben ;)
An dieser Stelle danke ich dem Fischer-Verlag, der Autorin und Lovelybooks für das *Rezensionsexemplar :)

1 Kommentar:

  1. Hallöchen! :)
    Dieses Büchlein steht schon längst auf meiner Wunschliste und trotzdem hat es mir deine Rezi nochmal ein bisschen schmackhafter gemacht. :)

    Liebste Grüße,
    Vanessa ♥

    AntwortenLöschen

 
© Design by Freepik