[Interview] mit Britta Strauß!

Hallöchen liebe Bücherwürmer!

Heute habe ich das große Glück euch ein Interview mit der Autorin Britta Strauß zeigen zu dürfen! Geschrieben hat sie unter anderem Indigo und Jade, das mein erstes Buch von ihr war :)

Über die Autorin



Geboren 1978 in Sachsen-Anhalt, habe ich meine metaphorischen Zweige und Äste seit 2001 zum bergischen Land ausgestreckt. Ich schreibe, um mich selbst zu entführen – um durch nächtliche Wälder zu rennen, in die Tiefen des Universums einzutauchen, auf fremden Planeten Urlaub zu machen oder mit Walen zu tauchen. Und ich schreibe, um meine Leser zu entführen. Für eine Weile die Realität vergessen. Abtauchen. Eintauchen. Verführt werden.

In meinem Leben erlaube ich mir so viele Freiheiten wie möglich und gehöre zu den glücklichen Wesenheiten, die ihre wahre Liebe gefunden haben. Meinereiner glänzt durch Chaos, Unordnung, Zerstreutheit, Naturvernarrtheit, Vorliebe für Dresdner Stollen, Kaffee und sonstige Leckereien, sowie durch exorbitanten Hang zum Träumen und Fabulieren, dem sehnsüchtigen Streben nach Erfüllung und Freiheitsdrang in manchmal ungesundem Maße. Wo derselbe in der Realität an seine Grenzen stößt, muss mein Laptop ran. Denn im Geiste ist die Freiheit grenzenlos.




Das Interview


Hallo liebe Britta und danke, dass du dich bereit erklärt hast, ein Interview mit mir zu machen!
1. Meine erste Frage ist: Wann wusstest du, dass du Autorin werden würdest und was hat dich dazu gebracht?

Puh, gute Frage. Ich schätze, es passierte ungefähr im  Alter von 15 Jahren. Anstatt auf Partys zu gehen und Freunde zu treffen, war ich am liebsten allein, habe gelesen, bin mit dem Hund spazieren gegangen und neigte ganz allgemein zu wilden Träumereien. Schon als Kind habe ich mir vor dem Einschlafen Geschichten ausgedacht, mich in eine Art Gedankenwelt gebeamt und mein eigenes Kopfkino erschaffen. Als ich irgendwann eine Schreibmaschine geschenkt bekam, war es dann soweit: Meine erste Geschichte wurde aufgeschrieben. Eine vor Klischees und dunkler Schmalzromantik nur so triefende Vampirstory *schüttel* Jahre später habe ich den Papierstapel wiedergefunden, ihn am Computer abgetippt, stark überarbeitet und einem Verlag geschickt. So kam eines in das andere.  
 


2. Wie würdest du dich selbst am ehesten beschreiben?
 

Als verträumt, vergesslich, meistens in Gedanken ganz weit weg, emotional, gerne mal von kreativen Selbstzweifeln erfüllt, freiheitsliebend, melancholisch und begeisterungsfähig. Ja, die letzten beiden Punkte beißen sich ein wenig. Daher füge ich noch „voller Widersprüche“ hinzu.
 



3. Woher holst du dir Inspiration und wie entstehen die Ideen zu deinen Büchern?
 

Die Inspiration lauert überall. Es kann bei ganz alltäglichen Dingen *klick* machen, sogar beim Autofahren oder Geschirr spülen. Es kann ein Bild sein, eine Szene in einem Film, ein Gespräch oder ein Mensch, der mir über den Weg läuft und irgendetwas ausstrahlt, das in meinem Kopf eine Idee in Gang setzt. Besonders inspirierend ist für mich immer das Meer. Nirgendwo sonst kann ich meine Gedanken derart schweifen lassen, was so ziemlich immer eine Geschichte in mir auslöst. Um die alle umzusetzen, müsste ich mindestens 600 Jahre alt werden.  




4. Gab es schon Momente, in denen du deine Bücher abbrechen wolltest?


Ja, es gab sogar recht viele solcher Momente. Wie oben schon erwähnt, neige ich zu Selbstzweifeln und Sinnkrisen. Es genügt, wenn mich eine schlechte Rezension auf dem falschen Fuß erwischt. Beispielsweise, wenn ich ohnehin gerade mit meiner Geschichte hadere, nicht vorankomme oder eine besonders emotionale Phase durchlaufe. Meine letzte große Sinnkrise hatte ich, als eine meiner Lieblingsgeschichten komplett floppte. Wir konnten machen, was wir wollten – das Buch wollte einfach nicht über den Ladentisch gehen. Diese Erfahrung war frustrierend, aber den bitteren Geschmack von „Kein-Mensch-will-mein-Zeug-lesen“ hatte wohl schon (fast) jeder Autor auf der Zunge. Ich habe meinen kleinen, aber feinen Fankreis und schreibe die Bücher, die ich schreiben will. An 19 von 20 Tagen bin ich damit vollkommen zufrieden. Aber wenn dann dieser eine, gemeine Selbstzweifel-Tag kommt, ausgelöst durch was auch immer, möchte ich meinen Laptop und mit ihm alle Ideen schon gerne mal aus dem Fenster werfen.
 



5. Was machst du wenn du nicht schreibst?


Ich arbeite in einem großen Wirtschaftsprüfungsbüro (ja, ich weiß, das volle Kontrastprogramm), lese gerne, bin liebend gerne unterwegs, träume mich durchs Leben und warte auf den Tag, an dem ich das Universum und all seine fremden Welten erforschen kann.
 



6. Wie ist die Idee zu Indigo und Jade entstanden? Wie lange hat der Prozess der Entstehung gedauert?


Die Idee zu der Geschichte entstand durch ein Buch. Genauer gesagt durch „Winteraugen“ von Rebecca Wild. Ich mochte die zaubernde Hauptfigur und habe kurzerhand beschlossen, einen meiner langgehegten Träume zu erfüllen: mal eine komplette High-Fantasy-Welt selbst zu erschaffen. Ursprünglich wollte ich zu dieser Zeit ein anderes Buch schreiben, aber „Indigo und Jade“ hat mich völlig überwältigt. Ich hatte nur noch diese Geschichte im Kopf, weshalb ich kurzerhand meine Pläne umgeworfen habe. An beiden Teilen habe ich insgesamt ein Jahr gearbeitet, sechs Monate für jeden Band. 




7. Wusstest du von Anfang an wie die Geschichte ausgehen soll oder verändern sich deine Ideen und Gedanken während des Schreibens?


Oh ja, meine Ziele und Wege verändern sich während des Schreibprozesses ständig. Ich versuche zwar, eine grobe Planung aufzustellen, aber wie sich die Sache letztlich entwickelt, bleibt meistens eine Überraschung. Ich kann die Vermutung vieler Autoren nur bestätigen: Anscheinend entwickeln die Figuren ein Eigenleben und setzen sich über die Pläne des Autors hinweg.




8. Welcher ist dein liebster Charakter?


Das wechselt ständig. Lange Zeit war es Christopher aus „Meeresblau“, danach das Heldenpaar aus „Nocona“. Zurzeit ist es mein Magier aus „Indigo & Jade“ und „Schnee & Orchideen“. Müsste ich jedoch meinen All-Time-Liebling küren, würde ich Christopher wählen. Einfach, weil diese Figur etwas Bedeutendes in mir aufgeweckt hat. Obwohl ich vorher schon geschrieben und veröffentlicht habe, erscheint mir diese Zeit im Nachhinein wie ein uninspiriertes Herumprobieren. Erst „Meeresblau“ hat mir gezeigt, wie es ist, Hals über Kopf in phantastischen Welten zu versinken und mit wildem Herzklopfen wieder daraus aufzutauchen. Gewissermaßen hat diese Geschichte einen Funken in ein echtes Feuer verwandelt.




9. Wenn du die Möglichkeit hättest, dich für eine besondere Fähigkeit zu entscheiden: Welche wäre das und warum?
   
In dem Fall würde ich mich für die Magie entscheiden. In dem Sinne, wie Indigo sie in meiner Dilogie benutzt. Das würde grenzenlose Möglichkeiten eröffnen.




10. Hast du vor immer im Genre Fantasy und High-Fantasy zu bleiben oder möchtest du dich auch in anderen Genres probieren?

Ich habe mich bereits in mehreren Genres getummelt. „Nocona“ beispielsweise ist größtenteils ein historischer Roman. Auch in Sachen Romantic Suspense habe ich mich versucht („Wenn nur noch Asche bleibt“). Am wohlsten fühle ich mich definitiv in der High Fantasy-Welt, einfach, weil ich es liebe, meiner Fantasie vollkommen freien Lauf zu laufen. Ich könnte mir jedoch vorstellen, noch einmal etwas Historisches zu schreiben, sofern eine unwiderstehliche Idee über mich hereinbricht.




11. Würdest du die komplexe Idee von Indigo und Jade gern auf der Leinwand sehen? Wenn ja: Wen könntest du dir in den Hauptrollen vorstellen?


Natürlich. Das ist wohl der Traum vieler Autoren. Eine passende Verkörperung fällt mir jedoch nur für Scylla ein: die fiese, blonde Königin aus „Snowwhite and the Huntsmen“ würde ich vom Fleck weg engagieren. Eine perfekte Besetzung für Indigo und Jade läuft vermutlich irgendwo dort draußen herum, aber unter den allgemein bekannten Schauspielern fällt mir niemand ein, der auf mein Kopfkino passt.




12. Schreibst du aktuell an einem neuen Buch auf das wir uns freuen dürfen?


Ja, momentan schreibe ich an einem leicht phantastisch angehauchten Piratenroman, komme allerdings – vermutlich wegen allgemeiner Winterfaulheit – nur langsam voran. 2018 ist ein weiterer High-Fantasy-Roman geplant, der diesmal ein Einzelband bleiben wird. Cover, Titel und Klappentext existieren bereits, aber hierzu verrate ich noch nichts. Es wird auf jeden Fall wildromantisch und farbenfroh.

Ich danke dir von Herzen für das Interview!

Indigo und Jade



Wie hat euch das Interview gefallen? :) Ich bin froh, dass ich der Autorin ein paar Fragen stellen durfte und freue mich sehr auf das Ende der Geschichte und ihre neuen Bücher!


1 Kommentar:

  1. Hallo Nadine! ♥
    Das Interview ist wirklich sehr schön geschrieben, mir haben Fragen und Antworten super gefallen! Britta ist wirklich eine super Liebe und ich kann mich sogar in vielen Dingen mit ihr identifizieren. mein erstes Buch von ihr war vor 4 Jahren, als der Drachenmondverlag noch nicht so bekannt war und ich gefühlt die Einzige war die ihn kannte, "Sturmherz". Es war so unendlich toll ♥ Die Seele des Ozeans und Indigo & Jade stehen schon hier zum lesen bereit.

    Danke für das Interview ♥

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