[Rezension] Ich bin die Nacht (Ethan Cross)




Titel: Ich bin die Nacht
Autor: Ethan Cross
Seiten: 398
Format: Taschenbuch
Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum: 20.12.2013
Preis: 10,90€ (D) Hier kaufen

Band 1




Mein Name ist Francis Ackerman junior. Ich bin das, was man gemeinhin einen Serienkiller nennt. Doch ich töte nicht wahllos, und jedes meiner Opfer bekommt eine faire Chance, denn ich fordere es zu einem Spiel heraus. Wer gewinnt, überlebt. Ich habe noch nie verloren. Die meisten Menschen werden mich verabscheuen. Einige, die mir ähnlich sind, werden mich verehren. Aber alle, alle werden sich an mich erinnern. Mein Name ist Francis Ackerman junior. Ich bin die Nacht, und ich möchte ein Spiel mit Ihnen spielen.




Nachdem ich dieses Buch mit einer Freundin in der Buchhandlung entdeckt habe und eine andere Käuferin davon geschwärmt hat, mussten wir es beide lesen. Da sie nur Thriller liest, dementsprechend weiter in dem Genre gefächert ist als ich und sie das Buch nach dem Lesen geliebt hat, wusste ich, dass ich es ebenfalls lesen muss.

In der Geschichte gibt es gleich mehrere Protagonisten, denen man folgt, im Vordergrund steht allerdings ganz klar der Serienmörder Francis Ackerman, der sich dauernd neue Opfer sucht und deshalb schon von allen gesucht wird. Neben ihm lernt man auch andere Charaktere - darunter seine Opfer, Polizisten und andere Nebencharaktere, die mit ihm in Kontakt kommen - kennen. Vor allem Marcus steht später mit ihm im Mittelpunkt.

Spätestens ab dem Mittelteil der Geschichte merkt man, dass es mehr mit Ackerman und Marcus auf sich hat und dass die beiden auf irgendeine Art und Weise miteinander verbunden sind. Ob man diese Verbindung in diesem Band aufdeckt werde ich euch nicht verraten, allerdings kann ich euch sagen, dass es einige Wendungen gibt, mit denen ich nie gerechnet hätte, sowohl in Bezug auf den Mörder, als auch in Bezug auf Marcus und so gut wie alle Nebencharaktere.

Einige Nebencharaktere, wie der Sheriff, Maggie oder auch die Brubakers stehen besonders im Vordergrund und tauchen nicht nur einmal in der Geschichte auf. So merkt man nach und nach, dass einerseits alles für sich zu stehen scheint und andererseits doch alles miteinander verknüpft ist.

Bereits im Mittelteil wurde ich immer wieder überrascht und dachte, dass ich endlich ansatzweise weiß, was Sache ist. Doch das Ende hat dann alles verändert und nochmal gehörig auf den Kopf gestellt. Selbst Charaktere, die mir bis dahin nur unsympathisch waren, die ich geradezu gehasst habe, haben auf einmal ein ganz anderes Gesicht bekommen.

Ihr merkt, dass mich die Geschichte überzeugen konnte, wenn auch ganz anders als ich es erwartet hätte. Die Charaktere sind vielschichtig, miteinander verknüpft und man liest aus den verschiedensten Sichten, wodurch man ein weit gefärchertes Bild der Situation bekommt, allerdings noch lange nicht alles erfasst.

Gerade die Spielchen von Ackerman sind spannend, weil man als Leser ein sehr eindringliches Bild von einem Mörder bekommt und seine Verhaltensweisen zu verstehen und hinterfragen scheint. Obwohl er willkürlich tötet bleibt er menschlich und da man nie weiß, was als Nächstes passiert und was es mit Ackerman auf sich hat, muss man einfach weiterlesen und diese Person auf psychischer Ebene erfassen so gut es geht.




Diese Geschichte ist etwas ganz besonderes - vielschichtig, erschreckend, grausam, tiefgründig und absolut unvorhersehbar - und sie hat mich mehr als einmal hinters Licht geführt und über Opfer und Täter nachdenken lassen. Für mich war es das erste Mal, dass ich aus der Sicht eines Serienmörders und gleichzeitig auch aus der Sicht der Opfer lesen durfte. Durch die zahlreichen Gedankengänge bleibt es immerzu spannend und man bekommt nach und nach das Gefühl, den Mörder zu verstehen, was sich kurz darauf wieder ändert, weil wieder etwas unvorhersehbares geschehen ist. Alle Charaktere sind unglaublich vielschichtig und besonders, weil sie letztendlich ganz anders sind, als sie vorgeben zu sein und das fällt gerade am Ende dieses Buches auf. Ich bin nun wirklich gespannt, wie es mit der Geschichte weitergeht und was die Charaktere noch für uns bereit halten. Von mir gibt es - gerade für den einzigartigen Protagonisten Ackerman - 5 Federn und eine Empfehlung für alle Thrillerfans! Ich bin sehr gespannt auf die nächsten Bände!


Kommentare:

  1. Hey liebe Nadine!
    Da sieht man mal wieder, wie unterschiedlich Geschmäcker sein können. Ich hab das Buch vor einigen Wochen auch gelesen und fand es ganz furchtbar. Mir sind einige Logikfehler aufgefallen, die ich einfach nicht verzeihen konnte, weil sie die Story für mich einfach hingezogen hat wie Kaugummi. Vielleicht waren meine Erwartungen aber auch zu hoch, da ich soviel Gutes von der Geschichte gelesen habe und vom Cover so angesprochen war. Aber gut, wie langweilig wäre es, wenn wir alle das gleiche gut finden würden?

    Alles Liebe, Nelly

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    1. Hallöchen liebe Nelly :)
      Welche Logikfehler sind dir denn aufgefallen? :o ich hatte das Gefühl, dass soweit alles aufgeklärt wurde. Ich habe vorher absichtlich nur eine Meinung eingeholt und es dann gelesen, damit ich nicht mit zu hohen Erwartungen rangehe und das macht die Geschichte für mich oftmals viel besser :)

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