[Rezension] Als ich Amanda wurde (Meredith Russo)




Titel: Als ich ein Mädchen wurde
Autor: Meredith Russo
Übersetzer: Barbara Lehnerer
Seiten: 304
Format: Taschenbuch
Verlag: dtv
Erscheinungsdatum: 08.09.2017
Preis: 10,95€ (D) Hier kaufen
 Coverrechte liegen beim Verlag

Ab 14 Jahren




"Über die erste Liebe und die Angst, nicht akzeptiert zu werden.
Amanda Hardy hieß nicht immer Amanda. Früher war sie Andrew. Jetzt hat sie endlich die Operationen und die lange Hormontherapie hinter sich und ist auch biologisch ein Mädchen. Bei ihrem Vater in Tennessee, wo niemand sie kennt, möchte sie ein neues Leben beginnen. Zunächst scheint das auch zu klappen: Plötzlich gibt es Freundinnen statt Mobbing und bewundernde Blicke von Klassenkameraden. Doch dann verliebt sich Amanda. So richtig. Mit Grant erlebt sie eine wunderschöne Zeit. Er vertraut ihr und eigentlich will Amanda auch ihm vertrauen und ihm von ihrem früheren Leben erzählen. Nur wie? Amanda setzt auf Zeit – ein gefährliches Spiel."



Als ich gefragt wurde, ob ich bei der Blogtour mitmachen will, musste ich einfach ja sagen und war unglaublich froh, dass ich dabei sein durfte! Dieses Buch hatte mich schon vorher angesprochen und vor allem die Thematik wird nicht oft behandelt und war deshalb umso mehr ein Grund, das Buch zu lesen. Letztendlich bin ich wirklich froh, dass ich das Buch gelesen habe - nicht nur, dass ich nun das Gefühl habe es wirklich zu verstehen, ich habe das Buch auch noch in einem Tag durchgelesen, weil ich nicht aufhören konnte!

Amanda ist wirklich eine besondere Protagonistin, was nicht nur der Tatsache zu verdanken ist, dass sie transsexuell ist, sondern auch der, dass sie sich von einem sehr angreifbaren Menschen in jemanden verwandelt, der stark und unabhängig ist und sich vor allem nicht unterkriegen lässt. Mir hat diese Entwicklung sehr gut gefallen und besonders wichtig war mir, dass es realistisch bleibt und nicht zu sehr ins 'Schöne' aber eben auch nicht zu sehr ins 'Schlechte' gezogen wird.

Tatsächlich finde ich, dass das Thema gut umgesetzt wurde, auch wenn man natürlich merkt, dass es eher für Jugendliche geschrieben wurde. Meiner Meinung nach wird es hier gut gemacht und ist für alle, die sich mal ein wenig in dieses Thema einfinden möchten ein guter erster Schritt. Vor allem durch die Gedanken von Amanda und den Weg von Andrew zu Amanda bekommt man eine ungefähre Ahnung davon, wie hart dieser Weg sein kann und was für ein Schritt es ist, sich selbst als richtig zu empfinden.

Immer wieder sind mir während des Lesens die Tränen gekommen und ich konnte einfach nicht verstehen, wie man so mit jemandem umgehen kann, wie diese Jugendlichen es in der Geschichte mit Amanda tun. Ich war schockiert, wusste aber auch, dass es Realität ist und sogar noch schlimmer sein kann. Dafür habe ich nach wie vor kein Verständnis und es hat mich auch diesmal wieder wütend gemacht, was aber umso mehr zeigt, dass das die Protagonistin echt rüberkommt.

Auch die Nebencharaktere sind meiner Meinung nach gut ausgearbeitet worden. Alle haben ihre Probleme und obwohl auch etwas Highschooldrama eingearbeitet ist muss ich sagen, dass mir vor allem Layla, Anna, Chloe, Bee und Virginia gut gefallen haben! Sie stehen Amanda alle auf eine andere Art bei und obwohl man auf 300 Seiten nicht wahnsinnig viel Tiefgang aller Charaktere erwarten kann, ist es hier gut gelungen. Auch Grant und Parker sind gut ausgearbeitete Charaktere und die Eltern von Amanda darf man natürlich auch nicht vergessen.

Der Fokus der Geschichte liegt natürlich auf der Entwicklung Amandas, aber - wie man dem Klappentext gut entnehmen kann - auch auf der Liebesgeschichte. Mir war von Anfang an klar, dass es dementsprechend jugendlich verpackt wird, allerdings hat man hier tatsächlich Tiefgang gefunden und ich finde, dass man so nicht nur unterhalten wurde, sondern wirklich auch verstehen konnte, wie es jemandem gehen muss, der sich in dieser Form verändert und sich erst dann wohlfühlen kann. Toleranz, Liebe und Unterstützung sind hier ganz zentrale Aspekte, die mir sehr gut gefallen haben!




Die Protagonistin Amanda konnte mich mit ihrer Geschichte definitiv für sich gewinnen und durch ihre besondere Art voll und ganz von sich überzeugen! Was mich etwas gestört hat war, dass ich in der Geschichte nie genau wusste, wieviel Zeit Amanda bereits mit ihren Freunden verbracht hat und so etwas verwirrt war, dass die Freundschaften schon so eng zu sein schienen. Andererseits konnte ich die Bindungen auch erst später wirklich nachvollziehen. Abgesehen davon mochte ich es aber sehr gern, wie die verschiedensten Ereignisse die Charaktere zusammengeschweißt haben und Amanda für sich selbst immer einen Schritt weitergehen konnte. Ob in Bezug auf die Liebesgeschichte oder die Freundschaften, die Protagonistin musste Hindernisse überwinden und letztendlich ihr eigenes Ich entdecken und das ist hier unheimlich schön und bewegend umgesetzt. Vor allem der Begriff Toleranz nimmt in Zusammenhang mit der Transsexualität eine große Rolle ein, die - meiner Meinung nach - nicht übersehen werden sollte, denn es führt dem Leser vor Augen, dass Vourteile leider viel zu oft das Denken beherrschen. Die Geschichte im Gesamtpaket betrachtet verdient von mir auf jeden Fall die 4 Federn, denn ich habe sie unheimlich gern gelesen und jetzt ein besseres Bild, allerdings hat es mir doch noch etwas mehr an Tiefgang gefehlt und es ging mir manchmal einfach etwas zu schnell.
An dieser Stelle danke ich dtv für das *Rezensionsexemplar!


Kommentare:

  1. Schön, dass es dir gut gefallen hat, ich möchte das Buch auch noch lesen :)
    Liebst, Lara.

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    1. Dann wünsche ich dir ganz viel Spaß mit der Geschichte :)

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  2. Danke für deine Rezi, die hat mir wirklich weitergeholfen :) Ich hatte das Buch auch schon näher im Auge, es klingt wirklich gut...

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    1. Wenn man sich mit dem Thema auseinandersetzen möchte ist das Buch auf jeden Fall ein toller erster Schritt finde ich :) Und die Geschichte ist unheimlich schön und spannend.

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